Im Teufelskreis der Lust

Super-Angebot von Utopia zum "Kauf-nix-Tag"

Super-Angebot von Utopia zum „Kauf-nix-Tag“ – ©Utopia

„Unser Bestseller! Zu Recht von der Presse als „Erlöser-Produkt des Jahres“ gefeiert. Denn auf der ganzen Welt gibt es immer mehr Menschen, denen es reicht. Die nichts mehr glauben, was Politiker versprechen. Die nichts mehr von dem wollen, was die Industrie ihnen auftischt. Die nichts mehr wollen als eine lebenswerte Welt.“

Das ganze Angebot gibt es unter:

http://www.utopia.de/galerie/utopia-kauf-nix-tag-2010-mit-produkten-zu-nichts/6#content

Was soll denn das, ein Kauf-nix-Tag? Es geht hier also um die bewusste Entscheidung, an einem bestimmten Tag etwas NICHT zu kaufen oder zu konsumieren. Ob ein Tag pro Jahr allerdings ausreicht, um einen Gesinnungswandel zu erwirken, ist mehr als fraglich. Immerhin wachsen Bewegungen in diese Richtung und Meinungsäusserungen nehmen auch von wissenschaftlicher Seite ständig zu.

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Das Buch zur längerfristigen Befreiung gibt’s von Dr. Ingo Schymanski weiter unten…

Im heutigen Beitrag zeige ich vier Beweggründe für freiwilligen Verzicht auf und möchte auf einige aktuelle und äusserst spannende wissenschaftliche Beiträge zum Thema hinweisen.

1. Freiwilliger Verzicht ist eine grosse ERLEICHTERUNG, was in meinem Fall dazu führt, dass ich beim Einkaufen viel weniger kostbare Lebenszeit verbrauche, weil ich vor allem weiss, was ich nicht kaufen will und an welchen Regalen ich meinen Einkaufswagen im Sauseschritt vorbeiführe. Klingt banal. Aber rechne doch einfach mal aus, wie viel Zeit pro Jahr du in den riesigen Einkaufszentren mit „Suchen“ nach den „besten Produkten“ verbringst…

2. Freiwilliger Verzicht bedeutet, bewusst und selbst, also SELBSTBEWUSST 😉 eine Entscheidung zu treffen, dass ich etwas will oder eben gerade nicht. Im Falle meiner Schulklasse (8-10-Jährige) ging es vor Ostern darum, sich im Zusammenhang mit dem Unterrichtsthema Nachhaltigkeit für etwas zu entscheiden, auf das man während einer vorher bestimmten Zeit verzichten will, sozusagen als Geschenk an die Erde, von der wir alle Ressourcen bekommen. Von 10 Tagen ohne Süssigkeiten, Fleisch oder Fernseher ging es bis zu 3 Monate das Taschengeld dem WWF spenden oder allgemein auf Plastik verzichten.

3. Freiwilliger (freier Wille 😉 Verzicht bedeutet FREIHEIT: Wenn ich mir von der Werbung oder anderen Menschen nicht suggerieren lasse, dass ich etwas Bestimmtes brauche, um glücklich zu sein, um begehrt zu werden und dazu zu gehören, wenn ich mir bewusst mache, dass ich selbst etwas wert bin, (Selbstwertgefühl ;-), dann bin ich frei. Die gobalisierte Konsumgesellschaft will uns glauben lassen, dass wir uns den grenzenlosen Möglichkeiten und den ständigen Erneuerungen gegenüber flexibel und offen zeigen müssen, uns glücklich schätzen sollen, in der Welt der 1000 Optionen zu leben. Zygmunt Bauman nennt dies den „postmodernen Reinlichkeitstest“. Nicht jeder besteht diesen Test. Die, die es nicht schaffen, sind der „Schmutz der postmodernen Reinheit“.

„Die moderne Gesellschaft kennt nur ein Ziel: Glück. Glücklich ist, wer begehrt ist und der Konsum soll das Interesse an der eigenen Person steigern. Doch der Konsummarkt ist zugleich unerbittlich, er entscheidet über das Drinnen und Draußen in der Gesellschaft. Wer seinen Anforderungen nicht standhält, wird ausgestoßen.“

Das ganze Interview mit Zygmunt Baumann gibt es hier:

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/interview-mit-zygmunt-bauman-konsum-macht-einsam-1.1049496

Auch der Sozialpsychologe Prof. Dr. Heiner Keupp spricht dieses wichtige Thema auf unterhaltsame und nachhaltige Weise an. Den Podcast mit dem ganzen Referat „Vom immer mehr und nicht genug“ gibt es hier:

http://vorarlberg.orf.at/radio/stories/2668182/

4. Freiwilliger Verzicht macht GLÜCKLICH und bedeutet somit schlicht die Erlösung aus dem Teufelskreis der Lust!

Erschienen im Schattauer Verlag

Dazu hat Dr. Ingo Schymanski, Facharzt, Psychotherapeut und Suchtexperte, ein top-aktuelles Werk verfasst, in welchem er die weitreichenden Auswirkungen und den verheerenden Einfluss der Belohnungsfalle aus wissenschaftlicher Sicht aufarbeitet und in einem eigens dafür entwickelten Modell darlegt. Das soeben erschienene Buch ist auch für wissenschaftliche Laien durchwegs verständlich und lesenswert. Ingo Schymanski zeigt leicht nachvollziehbar und in bildhafter Sprache, mit vielen alltäglichen Beispielen auf, wie wir der täglichen Versuchung der Belohnungsfalle widerstehen können oder eben nicht. Ein MUSS für alle, die kurz mal die Welt – und sich selber – retten wollen!

http://www.schattauer.de/de/book/detail/product/1082-im-teufelskreis-der-lust.html

Und was ist dein Beweggrund für freiwilligen Verzicht?

Auf was willst du unter keinen Umständen verzichten?

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2 Kommentare

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