Tot sein ist billiger

So weit sind wir jetzt auch in der Schweiz schon: Ein totes Kalb ist ein gutes Kalb!

Kosten decken oder sterben? Gewinn generieren oder töten?

ca. 1Woche alte Stierkälber, von der Mutter getrennt - Bözingenberg, 2015

ca. 1Woche alte Stierkälber, von der Mutter getrennt – Bözingenberg, Schweiz, 2015

Einkaufen: möglichst billig… und viiiiel… Aktion im Multipack… 30-50% wird weggeschmissen…

Die Werbeindustrie leistet erfolgreiche Arbeit: Viele Menschen glauben, ohne Milch und Milchprodukte nicht gesund und gut leben zu können. Also muss die Milchkuh hergeben, was sie kann und bis sie nicht mehr kann oder nicht mehr genug und demnach nicht rentiert. Dann wird sie im Alter von einem Bruchteil ihrer natürlichen Lebenserwartung zur Schlachtbank geführt.

Stierkälber einer Milchkuh rentieren nicht, da sie nie Milch geben werden und durch die spezifische Überzüchtung auch für Fleisch nicht wirklich zu gebrauchen sind. Jedenfalls nicht, um Gewinn zu generieren. Also geht die Rechnung für den Bauern unter dem Strich oft nur noch auf, wenn er ein Stierkalb gleich nach der Geburt abtut oder auch mal einfach liegen lässt… Bald darauf wird die Kuh, die durch die Trennung von ihrem Kind wahrscheinlich schon genug traumatisiert wäre, wieder geschwängert, in der Hoffnung, dass das nächste Kalb ein Mädchen ist…

Da kann jetzt über Bauern, Politik und Gesetze lamentiert werden… aber auch und vor allem dein Einkauf, dein Geld, deine Kreditkarte, dein täglicher Konsum ist eine Wahlstimme!

http://www.derbund.ch/wirtschaft/standard/Tot-sind-sie-billiger/story/29369906

2 online-Kommentare von Bund-Lesern

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Ganz normaler Container beim Grossverteiler

CH 2014

Ein ganz alltäglicher Müllcontainer beim Grossverteiler….

Den ganzen Artikel in der NZZ vom 26. Mai 2012 kannst du hier lesen: Brötchen vor die Säue

Offenbar hat sich in den 2 Jahren seither nicht viel geändert: es landet noch immer 1/3 aller Lebensmittel im Müll!

Hallo Wegwerfgesellschaft! Geht’s auch anders?

Hier das Wichigste aus dem Artikel:

Brötchen vor die Säue; gemäss der Food and Agriculture Organisation (FAO) der Vereinten Nationen handelt es sich bei diesem Phänomen um «food waste and food losses», um Verschwendung und Verlust von Lebensmitteln. Laut FAO geht weltweit rund ein Drittel der gesamten Lebensmittelproduktion verloren, wobei die Ursachen je nach Land verschieden sind. So werfen in reichen Ländern die Haushalte deutlich mehr Essen weg als in armen Staaten, etwa wenn das Verfalldatum abgelaufen ist, das Produkt aber noch einwandfrei wäre. In Europa und Nordamerika wirft jeder Einwohner pro Jahr rund 115 Kilo Lebensmittel weg, in Afrika oder Asien einen Zehntel davon.

Zudem kritisiert die FAO falsche Anreize durch Subventionen, die zu Überproduktionen führten, sowie die extremen Qualitätsstandards, die den Markt anheizten. Zum Beispiel kommen krumme Gurken, mehrfingrige Rüebli oder gefleckte Äpfel gar nicht erst in den Verkauf, sondern werden bereits beim Landwirt oder spätestens in der Rüsterei ausgemustert.

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