Über mich

Nach 16 Monaten Blog ist es an der Zeit, dass ich die Rubrik „ABOUT“ aktualisiere.

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Glaubst du noch an Märchen?

An der Nordseeküste... ©R.W. 2014

Oder bist du schon in der Realwelt angekommen?

Immer wenn im Gespräch mit Omnivoren das Thema Fleischessen auftaucht, bekomme ich zu hören: „Ich esse nicht übertrieben viel Fleisch“ oder „Ich esse nur ganz wenig Fleisch“ oder „Ich esse nur Fleisch vom Metzger, den ich kenne“ oder „Ich esse nur Fleisch aus artgerechter Haltung“ oder oder oder…

Was heißt denn das genau für die Aussagenden?

1. Für sie werden Tiere nicht übertrieben häufig getötet, sondern nur ganz wenig.

2. Die zerhackten Körperteile werden beim Metzger um die Ecke statt im Supermarkt in die Verkaufstheke gestellt.

3. Die Tiere hatten während ihres kurzen und meist trostlosen Lebens, das nach einem Bruchteil der zu erwartenden Lebenszeit von Menschen beendet wird, gemäß Gesetz mindestens an 90 Tagen Auslauf statt gar keinen (Kühe), oder sie hatten im Stall eine Gummimatte unter ihren Füßen statt nur Beton (Schweine) oder sie wurden ihrer Mutter erst nach 3 Monaten weggenommen statt schon einen Tag nach der Geburt (Kälber).

Interessant ist, dass der Fleischkonsum in der Schweiz aber gemäß Statistik gestiegen ist. Rund 56 Kilo pro Person und Jahr. Das sind immerhin etwa150g pro Tag. Also nicht übertrieben viel, oder? Ich verstehe das nicht so ganz. Entweder glauben die, die oben genannte Aussagen machen, an Märchen oder sie sagen nicht die Wahrheit. Ich möchte niemandem zu nahe treten. Aber auffallend ist es schon, dass die Fleischesser IMMER erklären, dass sie nur die „gute“ Sorte Fleisch essen.

Meine persönliche Vermutung erscheint mir nahe liegend. Irgendwo macht sich ein Gewissen bemerkbar, das sagt: Eigentlich weißt du schon, dass die Tiere nicht so schön leben und sterben, wie du es wahr haben möchtest. Aber wenn du ganz fest daran glaubst, ist es vielleicht auch ein bisschen wahr.

Es stimmt: Es war sehr schmerzhaft, die Augen zu öffnen. Die Bilder, die ich gesehen habe, sind unvergesslich eingebrannt. Sie haben dazu geführt, dass ich in der Realwelt angekommen bin, nicht mehr an Märchen glaube und für mich entsprechende Konsequenzen gezogen habe. Konkret heißt das bei mir: Seit über 30 Jahren esse ich kein Fleisch (bin neben einem Schlachthof aufgewachsen) und vor 16 Monaten habe ich mich für ein veganes Leben entschieden. Dies wird bisweilen als extrem bezeichnet.

Ich meine: Ja, das ist extrem – extrem konsequent.

Dass Tiere, wie wir Menschen, empfindungsfähige Wesen sind, ist eine offensichtliche Realität, die nach individuellem Belieben angepasst wird. Mein Hund: Ja, dem gestehe ich Angst, Freude und Schmerzen zu und den würde ich natürlich auch nicht essen. Warum soll ein Schwein, das nachweislich intelligenter ist, so völlig anders sein? Antwort: Es MUSS etwas Anderes sein, sonst könnte es ja nicht mit gutem Gewissen gegessen werden.

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Die Ignoranz und Gleichgültikeit vieler Menschen macht mich traurig. Ich weiß manchmal nicht, wie ich konstruktiv damit umgehen kann. Doch dann kommt mir wieder in den Sinn, dass alle diese Meschen noch gar nicht in der Realwelt angekommen sind. Die Nahrungsmittelindustrie mit ihrer Millionen-Werbung erhält den Glauben an die heile HEIDI-Welt perfekt aufrecht.

Der Knopf auf der Fernbedienung heißt „OFF“. (Immer öfter denke ich auch „F… OFF!) Es ist ein Risiko, den Fernseher auszuschalten und die Augen zu öffnen. Das Abnehmen der Scheuklappen blendet nicht nur. Es tut richtig weh. Denn Wissen kann nicht rückgängig gemacht werden.

Und in welcher Welt lebst du?