24/27 – warum vegan? Ausgerechnet an Weihnachten? Da erst recht: VEGAN HIGH TEA, Halleluja!

Ich war heute Gastgeberin eines veganen Koch-Treffens. Die Berner Tierrechts-Organisation TIF http://www.tier-im-fokus.ch  organisiert diese Treffen seit etwa einem Jahr regelmässig: zusammen kochen und essen, gute Gespräche, Rezepte austauschen… Ich hatte das Thema HIGH TEA gewählt. Nachdem ich selber nicht genau wusste, was eigentlich der Unterschied zwischen Afternoon Tea und High Tea ist, hab ich jetzt rausgefunden: Während für die Upper Class die Zeit zwischen dem Mittagessen und Abendessen gefüllt werden musste, da sie sonst nicht so viel zu tun hatte, wurde zum Zeitvertreib der Afternoon Tea eingeführt. Die Arbeiterklasse, die am Nachmittag sehr wohl etwas zu tun hatte, hat dann daraus den High TEA gemacht, der gleichzeitig das Abendessen darstellte und daher auch etwas später stattfand. ☕️🍴

http://www.afternoontea.co.uk/information/what-is-high-tea/

Auf mehrfachen Wunsch der Teilnehmenden poste ich hier nun schon mal das Rezept für den No-Egg-Nog. Die erste Flasche war dann leer, als die letzten Gäste gingen. Ich hab also gleich nochmal nachgemacht, denn eigentlich trinke ich diesen samtenen Likör traditionellerweise an Sylvester. Früher hab ich da 4 Eier rein gehauen, und heute weiss ich nicht wirklich wozu die eigentlich gut waren… Der No-Egg-Nog schmeckt himmlisch, auch ohne Hühnereier und Kuhmilch… 💓🐮🐓 Jetzt ist die zweite Flasche im Kühlschrank parat und hier folgt das absolut einfache Rezept:

1/2 Tasse Zucker mit 1 Tasse Sojarahm steif schlagen

1 1/2 Tassen Soja-Vanillemilch – gibt nicht nur einen feinen Vanille-Geschmack, sondern auch die hellgelbe Farbe passend zum „Eierlikör“ 😉-, 1/2 Tasse Brandy, 1 1/2 Tassen Whisky, 1/2 Tasse Zucker, etwas gemahlene Muskatnuss: alles dazu geben und mit dem Schwingbesen umrühren

alles in eine Flasche giessen, Deckel drauf, gut schütteln, ab in den Kühlschrank

vor dem Servieren jeweils gut schütteln!

etwas Muskatnuss drauf streuen, CHEERS!

Meine Hündin CARA hat übrigens wie viele andere Tiere panische Angst vor der Knallerei an Sylvester und zittert bei jedem Böller wie Espenlaub, die Arme. Ich kann tun was ich will, sie beruhigt sich nicht. Jetzt ist sie schon 13 und ich habe letztes Jahr beschlossen, Ihr ein Beruhigungsmittel zu geben, damit sie diesen Stress nicht durchmachen muss. Bei meinem ersten Hund GEORGE war das jeweils etwas einfacher: der hat einfach aus der Schüssel den Bodenrest Egg-Nog ausgeleckt und war danach total entspannt… 🍸😋🐶😊

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23/27 warum vegan? Weil ich nicht bewusstlos sein will!

Manchmal passieren an einem einzigen Wochenende ganz viele wunderbare Dinge. Und diese Dinge hätte ich nicht erlebt, wenn ich nicht vegan leben würde – jedenfalls nicht bewusst.

Buddha soll mal gefragt worden sein, ob er Gott oder Mensch sei. Er antwortete: Weder noch. Ich bin bloss ein Erwachter und Ihr anderen schlaft alle noch.

Ich will jetzt nicht überheblich sein und behaupten, alle nicht vegan lebenden Menschen schlafen noch. Zweifellos ist das Bewusstsein bei Fleischessern anders als bei Menschen, die bewusst keine aus Tieren gewonnene Nahrung essen. Was ist eigentlich das Gegenteil von bewusst? Vielleicht bewusstlos?! – Bewusstlos an allem vorbei leben, das will ich definitiv nicht! Ich will die Energie des Lebens, die Freude an allem Schönen, die Lust, Neues zu entdecken und die Begeisterung fürs Essen ganz bewusst auskosten und nicht zufällig, beiläufig und unbewusst meinen Magen füllen.

Ich lebe seit gut zweieinhalb Jahren vegan. Nein, am Anfang war es nicht einfach und ich wusste selber noch gar nicht, ob ich das auch wirklich kann. Vegan kochen und backen ist wie eine Sprache lernen: zuerst ist alles neu und fremd und du hast keine Ahnung, wo du anfangen sollst. Du kennst ein paar Wörter und Phrasen, aber es fehlen dir ganz viele wichtige Begriffe, um etwas Vernünftiges zu formulieren. Dann entdeckst du Wörter, von denen du noch nie gehört hast oder gemeint hast, sie seien unaussprechlich.

Mit der Zeit kannst du zwar Sätze bauen, aber sie sind nicht wirklich gut. Mit Neugier, Geduld und Motivation erweiterst du deinen Wortschatz und wirst mutig, erfinderisch und redest auch mal einfach drauf los. Denn du weisst ja genau, warum du diese Sprache lernen willst. Und auch alle, die dich wahlweise ungläubig oder bemitleidend fragen, warum du das machst, denn sie könnten das nie, wissen zweifellos unterdessen, dass veganes Leben gut ist für deine Gesundheit, die Umwelt und die Tiere.

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Und ja: jedes Schnitzel oder jede Schinkenscheibe weniger auf dem Teller ist ein zufriedenes Schweinelächeln!

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Du fragst natürlich auch andere, die diese Sprache lernen oder sie schon länger sprechen, wie sie es machen. Und du merkst erfreut, dass es mehr sind als du geglaubt hast, die Erfahrung haben mit veganen Rezepten. Nach gut einem Jahr kannst du ganze Geschichten erzählen und einige finden deine Geschichten jetzt schon ziemlich gut.

Und plötzlich ist es so, dass andere von dir wissen wollen, wie du es machst, dass es gelingt. Denn sie können es fast nicht glauben, dass eine Geschichte in dieser fremdem Sprache so spannend, wunderbar, entspannt und unkompliziert sein kann. Und natürlich gewaltfrei!

1. Spannend ist es zweifellos, da ich wirklich jede Woche etwas Neues entdecke und ausprobiere, sei es im Verkaufssortiment oder beim Rezepte testen.
2. Wunderbar ist das Gefühl, wenn ich Komplimente bekomme, z.B. für meine Lebkuchen-Muffins, und das Erstaunen darüber, dass diese wirklich ohne Eier und Butter so lecker schmecken können 😋 (Das Rezept folgt im nächsten Beitrag 😉

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3. Entspannt ist das Einkaufen im Supermarkt: ich brauche nur noch etwa 1/3 der Zeit, um alles zu finden, was auf meiner Liste steht. Nein, ganz und gar nicht, weil die Auswahl kleiner geworden wäre. Im Gegenteil! Ich habe so viele neue Produkte entdeckt, an denen ich früher mit dem Einkaufswagen einfach vorbei gerauscht bin, weil ich nicht wusste, wie vielseitig, lecker und einfach sie zu verarbeiten sind. Kühlregale mit tierischen Produkten links liegen zu lassen ist eine echte Vereinfachung des Einkaufens.

4.Unkompliziert: Ja, auch in der veganen Küche gibt es genauso viele schnelle Rezepte wie in anderen Kochrichtungen. Ich entscheide mich selber, ob ich in 15 Minuten eine Ingwer-Karotten-Suppe oder in 1 Stunde einen Linsenbraten zubereite.
5. Gewaltfrei? OK, dass beim Fleisch nur noch die Verpackung aufgeschlitzt werden muss und nicht die Kehle des Tiers, ist jedem Fleischesser an sich klar. Wird halt einfach verdrängt. Logisch, sonst könnte man das tote Tierteil nicht mehr mit gutem Gewissen essen. Heute weiss jede/r, wie es bei Mastbetrieben zu und her geht und was im Schlachthof abgeht, ist auch nicht totstreicheln.

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Dass für Milchprodukte auch Tiere sterben, war mir selber auch lange nicht klar. Obwohl auch da die Zusammenhänge logisch sind. Logischer geht’s fast nicht mehr: Mutter hat Baby = Mutter gibt Milch. Mutter hat kein Baby = Mutter gibt keine Milch. Kürzlich fragte mich eine Kollegin, ob ich Kuhmilch nicht vertrage, weil sie neben mir stand und sah, dass ich mir Mandelmilch in den Kaffee goss. Meine Antwort: Ich hab kein Problem mit Kuhmilch. Aber die Kälber haben ein Problem, wenn ich ihre Milch trinke.

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Bist du ein Kalb? Ist deine Mutter eine Kuh?

Ich bin gerne vegan. Für mich ist es kein Verzicht, sondern ein Glücksgefühl und grosser Gewinn.

Über die wunderbaren Dinge, die mir im Verlauf der vergangenen Woche passiert sind, schreibe ich im nächsten Beitrag…

Warum vegan? 22/27 – weil ich kein Brett vor dem Kopf habe!

Eigentlich wollte ich im Dezember über meinen wunderbaren Gewürz-Adventskalender schreiben und auch sonst nur über Erfreuliches und Schönes…

Doch da bin ich vor einigen Tagen auf diesen Text aufmerksam gemacht worden, der ein typisches Winterthema kurz und bündig abhakt. Der Stil-Experte und Ratgeber der renommierten Schweizer Tageszeitung NZZ Jeroen Van Rooijen hat eine Rückblende auf die Modehypes des ausklingenden Jahres verfasst und sich mit 2 von den 10 aus seiner Sicht no-go-Stillosigkeiten mitten in mein veganes Herz geschrieben.

http://bellevue.nzz.ch/mode-beauty/friedhof-der-modetrends-10-fashion-hypes-die-wir-2017-vergessen-muessen-ld.131403

Im Beitrag „Friedhof der Modetrends“ schreibt er unter Punkt 2 einfach und prägnant, warum ein Echt-Pelzbesatz an der Kapuze einfach nicht geht:

Pelzkapuzen – wer heute noch immer mit einem dieser 08/15-Parkas mit Echtpelz-Rand herumläuft, hat nicht nur ein unnütz getötetes Tier im Nacken, sondern ein Brett vor dem Kopf. Es sollte inzwischen jedem klar sein, dass diese Art von Pelzbesatz von mangelnder Bildung und nicht von Wohlstand berichtet. Wenn so etwas sein muss, dann wenigstens aus Kunstpelz.

Dass Van Rooijen in Punkt 6 über die Stillosigkeit der UGG-Boots wettert, finde ich auch ziemlich amüsant und erfreulich. Was die Schafe erleiden müssen, die das Fell für den Füsse wärmenden Modetrend liefern, wissen nur die Wenigsten. Und die Meisten wollen es gar nicht wissen.

Zu wissen, dass Schafe für Lammfell sterben (und dies nicht als Abfallprodukt der Fleischindustrie) und die meisten auch für Wolle leiden müssen, ist wohl die Voraussetzung, vielleicht überhaupt etwas an den eigenen Gewohnheiten ändern zu wollen.

https://www.peta.de/lammfell#.WEg8h7SVChB (Achtung, hier geht’s nicht zum Schäfchen zählen – die Bilder können zum Teil verstörend wirken!)

Nicht wenige glauben, dass für UGG- und andere Boots mit Lammfell nur die Wolle der Tiere verarbeitet wird. Wie der Name schon sagt, wird beim Lammfell wie bei Leder die Haarschicht mitsamt der Tierhaut verarbeitet. Das Tier muss also getötet werden. Und selbst wenn es „nur“ um Wolle geht, ist dies noch längst keine Sicherheit, dass keine Tiere gequält wurden. Der grosse Weltmarktanteil der Wolle kommt aus Australien, Neuseeland und anderen Ländern, in denen Schafzucht im grossen Stil betrieben wird. Dort geht es etwa so zu und her:

http://www.focus.de/panorama/videos/australische-scherer-blutige-wolle-schock-ueber-brutalen-umgang-mit-schafen_id_3988941.html

Ich sag jetzt nicht, alle sollen auf alles aus Wolle verzichten. Sich nur schon zu überlegen, wo man was kauft und sich bewusst zu machen, wie viel man wirklich braucht, macht einen Unterschied in die richtige Richtung.

Gut, ich habe selber ein Paar „Vegetarian Shoes“, die dem australischen Schaffell-Original nachempfunden sind und ich muss zugenen, ich liebe diese Boots! Sie sind bequem und halten meine Füsse WIRKLICH warm! Vielleicht sehe ich ja darin auch ein wenig wie ein Bauerntrampel aus, aber wenigstens ein veganer Trampel! img_0767

Und nun verspreche ich, dass ich dieses Jahr nichts mehr zu Pelz und Fell schreiben werde – Ehrenwort! Das Nächste, was ich möchte, ist mit einfachen und leckeren Rezepten zu zeigen, dass veganes Kochen und Backen auch Anfängern und Neu- oder Teilzeit-Veganerinnen gelingt.