VEGAN LOVE BITES 3/99: krass!

Es ist ein Wunder geschehen! Es ist absolut fantastisch und ich bin ein bisschen stolz, dass ich dieses Wunder nun auch auslösen kann… Aber der Reihe nach…

Die Vorstellung, vegan zu essen, ruft bei mir heute andere Bilder und Assoziationen hervor als vor 3 Jahren, als ich beschlossen hatte, meinen Wahrnehmungszustand zu erweitern. Meine grösste Sorge war damals, dass ich meinen geliebten morgendlichen Latte Macchiato nicht mehr trinken könnte, weil da ja Milch drin ist. Dass es mehrere Dutzend Sorten Pflanzenmilch gibt, von denen mittlerweile wechselweise Mandel-, Reis-, Hafer-, Soja- oder Haselnussmilch mein Favorit ist, wusste ich vor 3 Jahren noch nicht. Heute ist es total normal und beim Einkaufen und Zubereiten mit Null Mehraufwand verbunden, einfach einen veganen LATTE MACCHIATO zu trinken.

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Später kamen Spagetti Volognese, Tiramisu, Pizza, Zopf, pflanzlicher Käse, Cake, Kuchen, Torten, Lasagne, Rührtofu u.v.a. mehr dazu. Es blieb für mich vor allem ein Produkt übrig, von dem ich bis vor kurzem überzeugt war, dass es unmöglich ist, dass es vegan gelingt, also gut aussieht und gut schmeckt: die Meringue – oder für die nicht schweizerischen 🇨🇭 Lesenden hier Baiser. Ich war überzeugt, dass ein paar extreme Veganer in ihrem radikalen Eifer Filme über youtube verbreiten, in denen suggeriert wird, dass es möglich ist, Baiser ohne Zugabe von Hühner-Eiweiss herzustellen, um zu vertuschen, dass man als Veganerin eben doch auf so vieles verzichten muss. Ich hab zweimal versucht, es nachzumachen und das Resultat war ein totaler Flop. Ich war mir danach absolut sicher, dass das einfach nicht geht. Punkt. Finde dich damit ab.

Nun habe ich vor 2 Wochen diesen wunderbaren Backkurs zum Thema Aquafaba (Kichererbsenwasser) bei Ursi Lüthy besucht.

http://www.backenmitursi.ch

Das alles haben wir da in nur 4 Stunden gelernt, gemacht und auch gegessen (numnumnum…!): Vacherin Meringue Glacé, Schoggimousse, Beerenmousse, Schokoküsse, Japonais und…

… ja, du hast das auf dem letzten Foto richtig gesehen: das sind Meringues! Und die sind wirklich unglaublich einfach zu machen.

Und jetzt frage ich mich Folgendes: Warum ändern die meisten Menschen ihre Ess-Gewohnheiten zu Gunsten der Tiere und der Umwelt auch dann nicht, wenn es ganz einfach umsetzbar wäre? Ich meine, wenn du rennen willst wie Usain Bolt, Fussball spielen wie Lionel Messi oder Klavier spielen wie Hélène Grimaud, dann kannst du dich noch so anstrengen und abmühen, du wirst deren Level mit grösster Wahrscheinlichkeit zu Lebzeiten nicht erreichen. Heulst du deswegen rum? Würdest du dich rechtfertigen wollen, warum du nicht so gut bist wie diese Ausnahmetalente? Nein. Du findest dich ganz einfach damit ab,  dass sie besser sind als du.

Aber wie ist es nun mit einer Veganerin in deiner Gegenwart, die dir vermittelt, dass sie dir ethisch überlegen ist, weil sie mit ihrer Ernährung mehr gegen das Leid der Tiere und mehr für die Umwelt tut als du, dass sie also in einem bestimmten Bereich besser ist als du? Du verteidigst dein Verhalten, dein Unvermögen, es ihr gleich zu tun. Du wirst wahlweise aggressiv gegen diese Person oder versuchst, sie schlecht oder lächerlich zu machen. Oder du zeigst immerhin Wertschätzung und sagst,  dass du das toll findest, du das aber selber unmöglich könntest. Warum eigentlich nicht? Du hättest genauso wie sie die Möglichkeit und zweifellos auch die Fähigkeit, es ihr gleich zu tun. Du müsstest nur wollen.

Es ist nun mal einfacher, von etwas zu träumen, das man unmöglich umsetzen kann, als etwas umzusetzen, das man tatsächlich könnte, wenn man nur bereit wäre, eine kleine Anstrengung zu unternehmen, nämlich eine Gewohnheit zu ändern.

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Und so werden weiterhin jährlich über 60 Millionen leidensfähige Tiere in der Schweiz geschlachtet, damit Fleischesser an ihrer Gewohnheit festhalten können, „nur ganz selten Fleisch zu essen und wenn, dann nur BIO und von guter Qualität“. Und das Klima geht den Bach runter, die Ressourcen werden weiter verschwendet, indem etwa für die Produktion von 1kg Rindfleisch nahezu 20’000 Liter Wasser verbraucht werden etc. bla bla bla… Wenn du deine Gewohnheiten nicht ändern willst, dann interessiert dich das eh alles nicht. Hauptsache, du kannst kochen und essen wie bisher.

Ach ja, das Schokoladen-Mousse aus dem Backkurs mit Ursi Lüthy schmeckt schlicht fantastisch, hat nur 3 Zutaten und ist in 15 Minuten gezaubert. Ich hab’s hier auf Blätterteigböden verteilt und mit frischen Mangoschnitzen garniert… himmlisch!

Optionen, die ich auch mag: Sojarahm statt Aquafaba und 1 EL Cognac oder Whisky unterrühren… 😋

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VEGAN LOVE BITES 2/99: weibliche Vleischkräpfchen

Frauen und Fleisch.Ein Thema für sich. Ein Thema mit verschiedenen Bedeutungsebenen und entsprechenden, hier ungeordneten Gedanken, die mir dazu einfallen:

Fleischeslust wird meist mit Sex in Verbindung gebracht.

Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach – hat der Komiker Hagen Rether jetzt umbenannt in Das Fleisch ist billig, aber der Geist ist wach. Das ist zwar nichts für zart besaitete Seelen, aber gnadenloser Denkanstoss gegen das Zwangskorsett aus Prüderie und Heuchelei des Entsetzens: http://www.last.fm/de/music/Hagen+Rether/_/Mettigel

Das Tier im Mann ist allen ein Begriff. Warum die Frau nicht? Dazu hab ich einen tollen Film gesehen und schreibe ein andermal darüber…

Nur 19% der vegan lebenden Menschen in Deutschland sind Männer. Warum so wenige? Darüber habe ich viel nachgedacht und schreibe auch ein andermal dazu…

Fleisch bedeutet für mich erst mal tote Tiere. Ich bin eine Frau. Mir tun die Tiere leid. Ich will nicht, dass Tiere sterben, um auf (m)einem Teller zu enden für etwas, was gar nicht nötig ist. Ich finde es pervers und brutal, Tieren Körperteile abzuschneiden, damit sie besser in einen Stall passen, sie einzusperren, sie Wochen, Monate oder gar das Leben lang anzubinden, dauerzuschwängern, nach der Geburt von ihren Müttern zu trennen, sie im Babyalter zu schlachten, weil ihre Aufzucht nicht rentabel ist, sie nur so lange am Leben zu lassen, wie Sie Profit bringen. Sie zu misshandeln. Sie auszubeuten. Sie zu töten. Wofür? Für Nahrungsmittel, ohne die wir bestens auskommen und für die es viele wunderbare Alternativen gibt, die für unsere körperliche und seelische Gesundheit und unsere 🌎 erst noch besser sind.

EIN RICHTIGER MANN BRAUCHT FLEISCH!img_0871

Dieses Vorurteil ist noch immer breit verankert. Männer haben mit mehr Ablehung zu kämpfen, wenn sie äussern, sich vegetarisch oder gar vegan zu ernähren. Einen ersten Einblick, warum das so ist, gibt es in dem Link hier: http://www.animalfair.at/2016/11/braucht-s-fleisch-um-ein-echter-mann-zu-sein/
Der Musiker Morrissey thematisiert das auch in seinem grandiosen Song „I’m not a man“. Die letzte Strophe lautet:

„I’m not a man
I’d never kill or eat an animal
And I never would destroy this planet I’m on
Well, what do you think I am?
A man?“

(Für Ungeduldige: das Lied geht erst ab 1:30 richtig los und das Bild bleibt während des  ganzen Songs dasselbe 😉

Wer mag, findet hier den kompletten Song-Text und kann nachlesen, was für Morissey alles „nicht Mann-sein“ bedeutet:

http://www.metrolyrics.com/im-not-a-man-lyrics-morrissey.html

Jetzt aber endlich zu den tendenziell weiblichen, weil veganen Vleischkräpfchen:

Das Rezept für die Füllung ist basically von Tibits aus dem Kochbuch „Meat the Green“.  https://at-verlag.ch/buch/978-3-03800-896-5/Meat_the_Green.html

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Ich nehme einfach lieber Kuchenteig statt Blätterteig. Die Kräpfchen bleiben besser in Form und werden nicht pampig.

1. 1 Zwiebel und 1 grosse Knoblauchzehe hacken und in Olivenöl glasig dünsten, etwas abkühlen lassen

2. 200g Räuchertofu, 100g Soja Cuisine, 1TL Paprika, 1TL Senf, 1/2 Bund Petersilie, Zwiebel/Knoblauch-Mischung, Salz, Pfeffer mit Pürierstab zu einer cremigen Masse verrühren, evtl. nachwürzen

3. Einen rechteckigen Kuchenteig in ca. 5x10cm grosse Teile zerschneiden (oder mit dem Täschler von Betty Bossi 😉 je 1 gehäuften TL Füllung drauf geben, Ränder vor dem Zuklappen mit Wasser bestreichen, auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen, mit Sojarahm/Kurkuma bestreichen.

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4. Backen: ca. 25 Minuten bei 180Grad

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Fotos: Elly Hofer @tier-im-fokus

Viele tolle Rezepte und ganze Menüs ohne Fleisch gibt’s auch hier:

http://www.tier-im-fokus.ch/tif-topf/

 

 

 

 

VEGAN LOVE BITES 1/99: Schoko-Mousse

Erst mal wünsche ich allen Lesenden hier ein gesundes und glückliches neues Jahr!

Ich weiss, dass einige von euch erwartungsvoll auf meine Rezepte vom HIGH TEA-Treffen am 29.12. warten. Der Grund, dass ich erst jetzt damit anfange: Mein Jahr hat nicht so toll angefangen. Es hat nämlich genauso schlecht begonnen, wie das meines Mannes aufgehört hat: Ein heftiges Magen-Darm-Virus hat uns für jeweils 48 Std. komplett lahm 😒 gelegt: ihn am 31./01. und mich am 02.&03. Januar. Da war nix mit Rezepten testen und essen schon gar nicht…

Wir hatten ja diese tollen (und nicht ganz billigen) Karten für NOZZE DI FIGARO am Sylvesterabend und konnten nicht hingehen. Ein guter, lieber Freund hat auf Anfrage dann spontan 1 Stunde vor Vorstellungsbeginn die beiden Karten aus unserem Briefkasten geholt, ist damit allein ins Theater 🎭 und hat die zweite Karte 💳 problemlos verkauft, denn die Vorstellung war schon lange ausverkauft. Ihn treffe ich heute Nachmittag zum Tee, nicht so ausgiebig wie HIGH TEA, nur mit Erdnussbutter-Keksen, aber das ist ja schon mal ein Anfang!

Hier nun also das 1. Rezept von 99, die ich in diesem Jahr unter dem Titel VEGAN LOVE BITES poste:

SCHOKO-MOUSSE (für ca. 4 Portionen)

1. 100g dunkle Schokolade zerbrechen und mit etwas Schlagcreme in einem kleinen Topf langsam erwärmen, bis die Schokolade schmilzt und sich verrühren lässt, etwas abkühlen lassen, 1 EL Cognac unterrühren

2. 200g Seidentofu, 1EL Kakao, 2-3 EL Puderzucker pürieren, unter die Schokoladen-Masse rühren

3. 200ml Schlagcreme steif schlagen und unter die Schoko-Creme ziehen, in Portionenförmchen abfüllen, min. 2 Std. kühl stellen. (Ja, ich weiss, da ist Palmöl drin, also suboptimal vom Nachhaltigkeitsaspekt her. Habe aber noch nichts Geeigneteres entdeckt, was sich so leicht schlagen lässt… MIGROS arbeitet sicher daran 😉

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4. Wenn du magst: mit Mangopürée übergiessen, Krokant oder Schoko-Späne oben drauf streuen oder noch etwas Schlagrahm oder… … 😋 und dann vernaschen… aber nicht mehr als 3 hintereinander… 😉

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25-27/27 warum vegan?

weiblich-veganMeine Serie „27 Gründe vegan zu leben“ geht zu Ende, und zwar grad zackig mit den letzten 3 Gründen auf einen Streich:

25. Weil ich eine Frau bin! … Tja, darüber könnt Ihr jetzt gerne mal nachdenken, was das mit vegan leben zu tun hat…

26. Weil die Welt nicht mit Worten besser wird: TUN ist wie WOLLEN, nur krasser!

27. Weil das Töten keine Lösung ist: Solange es Schlachthöfe gibt, wird es Schlachtfelder geben. (Leo Nikolajewitsch Graf Tolstoi)  https://www.aphorismen.de/zitat/15574

So, und wer jetzt immer noch skeptisch ist und findet, vegan ist zu EXTREM und überhaupt, das ist ja sowieso eine RELIGION und die Veganer sind eh alle NICHT GANZ 100, denen kann ich voll zustimmen, denn:

Meine neue Beitrags-Serie heisst 99 vegan love bites. Da werde ich zeigen, dass vegan leben wirklich EXTREM lecker und unterdessen auch ziemlich einfach ist, dass RELIGION etwas ganz anderes bedeutet als die meisten meinen und dass ich gerne nicht ganz 100 bin und mich voller Lebensfreude, Lust und Neugier auf ein phantastisches 2017 mit mindestens 99 veganen Leckereien freue!

Und ja, ich stehe dazu:

Bildergebnis für proud to be vegan