Ganz normaler Container beim Grossverteiler

CH 2014

Ein ganz alltäglicher Müllcontainer beim Grossverteiler….

Den ganzen Artikel in der NZZ vom 26. Mai 2012 kannst du hier lesen: Brötchen vor die Säue

Offenbar hat sich in den 2 Jahren seither nicht viel geändert: es landet noch immer 1/3 aller Lebensmittel im Müll!

Hallo Wegwerfgesellschaft! Geht’s auch anders?

Hier das Wichigste aus dem Artikel:

Brötchen vor die Säue; gemäss der Food and Agriculture Organisation (FAO) der Vereinten Nationen handelt es sich bei diesem Phänomen um «food waste and food losses», um Verschwendung und Verlust von Lebensmitteln. Laut FAO geht weltweit rund ein Drittel der gesamten Lebensmittelproduktion verloren, wobei die Ursachen je nach Land verschieden sind. So werfen in reichen Ländern die Haushalte deutlich mehr Essen weg als in armen Staaten, etwa wenn das Verfalldatum abgelaufen ist, das Produkt aber noch einwandfrei wäre. In Europa und Nordamerika wirft jeder Einwohner pro Jahr rund 115 Kilo Lebensmittel weg, in Afrika oder Asien einen Zehntel davon.

Zudem kritisiert die FAO falsche Anreize durch Subventionen, die zu Überproduktionen führten, sowie die extremen Qualitätsstandards, die den Markt anheizten. Zum Beispiel kommen krumme Gurken, mehrfingrige Rüebli oder gefleckte Äpfel gar nicht erst in den Verkauf, sondern werden bereits beim Landwirt oder spätestens in der Rüsterei ausgemustert.

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T-Shirt erhältlich im WWF-Shop

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BLIND DATE IM MÜLLCONTAINER

Kürzlich habe ich mein erstes Mal erlebt. Haha, schön, dass ich so was auch als ü50 noch kann😇.
Also ich war mit meinem Mitbewohner containern. Für die Neuzugänge unter euch: containern/dumpstern = absolut geniessbare Lebensmittel vor dem sicheren Mülltod retten.
Im Anhänger eines Grossverteilers war offensichtlich jemand am Kisten herum schieben… Erster Gedanke: die Mitarbeitenden waren noch am Arbeiten. Curiosity doesn’t kill us, dachten wir, und wollten wissen, wer da schon drin war. Unglaublich genug, aber wahr: Es handelte sich um zwei andere Dumpsterer. Der Hammer war, dass der Eine meinen Mitbewohner mit „Hallo – du?“ begrüsste: Es handelte sich um seinen besten Schulfreund aus seiner Heimat-Wohngemeinde, die immerhin etwa 150km von diesem Container entfernt liegt!!
Fazit: Heute trifft man sich eher im Container als im Café.
Tolle Idee: Blind Dates beim Containern organisieren, da wüsste man schon Bescheid über die innere Haltung der Anwesenden. Oder nicht? Ich persönlich containere nicht unter dem Motto „Geiz ist geil“ – ich kann es mir durchaus leisten, bei COOP Fine food einzukaufen. Es ist mir aber je länger je mehr eine skandalöse und unerträgliche Vorstellung, dass 30% aller Lebensmittel unverbraucht weggeschmissen werden. So werden auch 30% aller Schweine für den Müll geschlachtet!!!

Ich gehe am Samstag um 16.45 in den Laden: das Backregal hat zum Beispiel immer noch mindestens 15 Brotsorten im Angebot. Wer kauft das alles noch bis 17.00? Muss ich wirklich bis 5 Minuten vor Ladenschluss nich diese Auswahl haben? Wie wär’s wieder mal mit selber ein Brot backen? Meine Mitbewohner reissen sich darum, wenn es frisch dampfend auf dem Ofen kommt!
Ich nehme mir vor, mal was Neues auszuprobieren. Ich sage in der Lebensmittelabteilung wie im Kleiderladen:“ Ich schaue mich ein wenig um.“ Dann sehe ich ja gleich, was zwei Stunden später im Hinterhof im Müllcontainer liegen wird…

Fortsetzung folgt!