Schweizer Philosoph erkennt: FLEISCHESSER HABEN EIN UNTERENTWICKELTES BEWUSSTSEIN

Ich weiss, der Titel klingt provokativ und könnte in einer Zeitung mit vielen Bildern auf der Frontseite stehen. Aber lies selber und bilde dir deine Meinung, denn die Meinung der Mehrheit zu haben ist nicht schwer, auch nicht immer hilfreich oder nützlich…

Frage: Haben Menschen, die über 70 Kilogramm Fleisch pro Jahr verzehren, ein unterentwickeltes Bewusstsein?

Antwort: „Ja. Viele Leute denken, dass man so etwas nicht sagen darf, weil man Leute vor den Kopf stösst, sich ein Urteil über sie erlaubt, sich für etwas Besseres hält, in private und persönliche Einstellungen eingreift und was dergleichen Phrasen mehr sind.
Aber es ist nun einmal so: der durchschnittlich Fleischverzehr bei uns erzeugt grauenhaftes Tierleid, schadet der Umwelt und der Gesundheit, vergeudet Ressourcen in Drittweltländern und sorgt für globale Ungerechtigkeit. Dabei werfen wir noch einen erklecklichen Teil unserer Lebensmittel weg.
Wir haben jedoch Alternativen zum Fleisch, wir brauchen es nicht. Das alles könnte man wissen und man könnte sein Verhalten ziemlich einfach ändern.

Man könnte sich nur schon sagen: Einmal in der Woche Fleisch, wie früher der Sonntagsbraten, und zwar gutes Fleisch, zum Beispiel Rindfleisch, nicht Fisch, Huhn oder Schwein, die man gedankenlos aus dem Meer zerrt beziehungsweise absichtsvoll zusammenpfercht, nicht günstiges Fleisch aus deutschen Akkordschlachthöfen, weil der Euro gerade günstig steht.“

Fleischverzehr ist auch nicht privat. Wenn man durch den Konsum mithilft, massive Schäden an Tieren, Umwelt, Gesundheit und Gerechtigkeit anzurichten, so geht das alle an. Wenn Fleisch in Kantinen, wenn Fleischwerbung und Fleischproduktion vom Bund subventioniert werden, geht es ebenfalls alle an. Wenn man davon lieber nichts wissen und wenn man sein Verhalten lieber nicht ändern will, dann ist das mangelndes Bewusstsein und sogar mangelnde Gutwilligkeit.“

Markus Wild, Prof. für Theoretische Philosophie an der Universität Basel

(Quelle: Programmheft, 8. Bieler Philosophietage, Das Tier und wir, 12. bis 15. November 2015, Referenten-Interviews)

Mehr zu Markus Wild:

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Markus_Wild

http://www.srf.ch/play/tv/aeschbacher/video/markus-wild?id=19eed664-9e08-415b-81ab-dd54f4022351

Foto: Bieler Tagblatt

Foto: Bieler Tagblatt

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1 Kommentar

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