Warum vegan? 14/27 Was koche ich denn heute?

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Toll geschrieben! Scharfsinnig erörtert und deutlich formuliert die Publizistin und Philosophin Hilal Sezgin http://www.hilalsezgin.de die Tatsache, dass wir den nichtmenschlichen Tieren das Recht auf Leben absprechen, wie es uns grad auf den Teller passt.

Ist die Grenze, die wir zwischen «uns» und «ihnen» ziehen, selbstverständlich und absolut? Als nutzlos aus der Produktion ausgeschiedenes «Nutztier». (Bild: Daniel Ochoa de Olza / AP)

Wenn ich Tieren Rechte zugestehe, verliere ich ein paar wenige Zutaten beim Kochen. Das stimmt. Seit ich vegan lebe, habe ich aber viel mehr neue dazu gewonnen! 💓🐮🐶🐷🐔🐱🐟

Hier der ganze Artikel in der NZZ:

http://www.nzz.ch/feuilleton/zeitgeschehen/ein-plaedoyer-fuer-tierrechte-wir-ignorieren-das-offensichtliche-ld.112559

7/27 weil ich nicht aus dem Fenster springen will

„Da kann ich auch gleich aus dem Fenster springen, dann belaste ich die Umwelt gar nicht mehr,“ meinte kürzlich eine Kollegin bei einem Tischgespräch über die ökologischen Gründe für meine pflanzliche Ernährung.

Nein, ich werde nicht aus dem Fenster springen. Sicher, die Menge der Menschen auf der Erde ist eine Zumutung für unseren Planeten. Wenn ich aber schon selber ein Teil des Problems bin, dann will ich wenigstens auch ein Teil der Lösung sein!

Der Dokumentar-Film „TOMORROW“ ist extrem inspirierend und spannend und wird hoffentlich bei allen, die ihn gesehen haben und noch sehen werden, einen nachhaltigen Eindruck und die Motivation zu konkretem Handeln hinterlassen.

Man kann die Ursachen alle nicht sehen wollen, die Probleme weiterhin ignorieren und sich einreden, selber nichts zur Veränderung beitragen zu können, denn dies würde ja bedeuten, das eigene Verhalten aus der Komfortzone hinaus zu verändern und dazu sind (noch) die wenigsten bereit.

Bald werden wir eh keine andere Wahl mehr haben. Die Erkenntnisse der Wissenschaft sind seit Längerem bekannt, nicht erst seit 5 Jahren. Wir sind wohl die einzige Spezies, die über die Möglichkeit und aktuell hohe Wahrscheinlichkeit des eigenen Aussterbens reflektiert, und doch im Grossen und Ganzen wie gewohnt weiter macht. Die nächsten 20 Jahre werden entscheidend sein!

Keiner kann heute noch sagen „Ich hab das alles nicht gewusst.“ Wenn unsere Enkel später mal fragen: „Was habt Ihr getan?“ Wollen wir dann einfach antworten: „Nichts“?

Worauf wartest du noch?

Veganes Leben kann tödlich sein…

Dieser Erfahrungsbericht zweier Veganer könnte dein Leben und deine Meinung über vegane Ernährung wirklich verändern. Ich weiß, der Bericht ist ziemlich lang, weil ausführlich und informativ. Es lohnt sich, ihn zu Ende zu lesen. Wer sich nicht so für Details zum veganen Essen interessiert, kann in der Mitte ein paar Absätze überspringen, aber den Schluss sollte man nicht verpassen!

http://www.eatplantsdrinkbeer.com/readup/2015/11/12/our-vegan-diet-almost-killed-us

Weisst du es oder interessiert es dich?

Zustand: sehr zufrieden, heute meine „best ever-Tarte Tatin“ gezaubert #vegan ☺️

Warum vegan? Weil es mir nicht egal ist, wenn die Polarkappen schmelzen!

Die veganen Glacés im MIGROS schmelzen übrigens auch und schmecken sehr lecker.

Tataaa: TARTE TATIN... soo lecker!

Tataaa: TARTE TATIN… soo lecker!

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Abbildung aus „FÜR IMMER“, erschienen 2015 im Verlag Neue Zürcher Zeitung – in der Reihe ABSTRAKT, Taschenlabor für Zukunftsfragen, ISBN 978-3-03810-091

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Gesundheit oder Ethik?

Wenn ich auf Kaffee verzichte, weil die Säure meinem Magen nicht gut tut, kommt mir Verständnis oder allenfalls Bedauern über den mir entgehenden Genuss entgegen. Wenn ich mein Dessert ohne Schlagrahm esse, weil ich grad auf meine Linie achten will, erhalte ich etwa ein Feedback wie „wow, du bist aber sehr diszipliniert“.

Ich trinke täglich gerne Kaffee und erlaube mir ohne schlechtes Gewissen meine Desserts mit Schlagrahm. Die Milch in meinem Latte Macchiato ist pflanzlich und der Schlagrahm ebenfalls. Nein, ich hab keine Laktoseintoleranz. Ich ernähre mich vegan, weil es mir unethisch erscheint, Tiere zu züchten, um aus ihnen in einem lebenslangen schwängern-gebären-töten-Kreislauf das Maximum rauszuholen, damit ich etwas Tiermilch in meinen Latte oder ein paar Speckwürfelchen über meinen Salat schütten kann.

Und plötzlich bin ich nicht mehr diszipliniert, sondern extrem, intolerant, missionierend, radikal. Dieser Unterscheidung in der Begrifflichkeit nachzugehen, finde ich spannend und aufschlussreich.

Wenn ich aus gesundheitlichen Gründen etwas nicht konsumiere, ernte ich weitgehend Verständnis und Respekt. Warum? Ich tue es für mich, für meine Gesundheit. Es ist also ausschliesslich mein Problem und nicht das der Anderen. Mein Egoismus wird respektiert, denn ich tue etwas für meine Gesundheit.

Jede/r weiss, dass es kein Fleisch von glücklichen, sondern nur von toten Tieren gibt. Wer Fleisch isst, muss es also grundsätzlich OK finden, dass dafür Tiere getötet werden. Wer Kuhmilchprodukte konsumiert, ist sich bewusst, dass diese dem Menschen von Natur aus nicht zugänglich sind, es sei denn, die Kälber werden der Mutter weggenommen. Wenn ich demnach aus Empathie auf bestimmte Nahrungsmittel verzichte, weil ich problemlos auch mit pflanzlichen Produkten Genuss und Freude am Kochen und Essen habe, nebenbei noch bemerke, dass dies meinem Körper und meiner Seele gut tut und also meiner ganzheitlichen Gesundheit, dann ernte ich bisweilen Kritik oder mitleidiges Unverständnis. Eine Freundin hat mir, als sie erfahren hat, dass ich vegan lebe, unterstellt, ich wolle sie provozieren. Als ich verneinte, meinte sie gar, ich sei nicht ehrlich. Warum? Es steht mir nicht zu, anderen zu sagen, was sie tun oder lassen sollen. Wird meine extreme Empathie als indirekte Kritik an ihrem Verhalten empfunden?

Meine sympathische, äusserst kreative, engagierte und lebensfrohe Bekannte Sandra Weber schreibt jeweils eine Kolumne im Reformhaus-Magazin „oliv“ und hat sich in der aktuellen Ausgabe eben dieser Frage gewidmet.image

Liebe Sandra, vielleicht hast du die Antwort ja für dich auch gefunden. Ich finde deinen Weg und dein Tun jedenfalls bemerkenswert und dein VLOWERS-Magazin wunderbar! Auch hoffe ich, dass der Weg vom Bieler Seeland nach Zürich zu deinem sonntäglichen Frühstückscafé mal etwas kürzer wird… 😉 Keep going the great work 👍

http://www.vlowers.ch

http://www.facebook.com/vlowersjoyfulveganliving

Glaubst du noch an Märchen?

An der Nordseeküste... ©R.W. 2014

Oder bist du schon in der Realwelt angekommen?

Immer wenn im Gespräch mit Omnivoren das Thema Fleischessen auftaucht, bekomme ich zu hören: „Ich esse nicht übertrieben viel Fleisch“ oder „Ich esse nur ganz wenig Fleisch“ oder „Ich esse nur Fleisch vom Metzger, den ich kenne“ oder „Ich esse nur Fleisch aus artgerechter Haltung“ oder oder oder…

Was heißt denn das genau für die Aussagenden?

1. Für sie werden Tiere nicht übertrieben häufig getötet, sondern nur ganz wenig.

2. Die zerhackten Körperteile werden beim Metzger um die Ecke statt im Supermarkt in die Verkaufstheke gestellt.

3. Die Tiere hatten während ihres kurzen und meist trostlosen Lebens, das nach einem Bruchteil der zu erwartenden Lebenszeit von Menschen beendet wird, gemäß Gesetz mindestens an 90 Tagen Auslauf statt gar keinen (Kühe), oder sie hatten im Stall eine Gummimatte unter ihren Füßen statt nur Beton (Schweine) oder sie wurden ihrer Mutter erst nach 3 Monaten weggenommen statt schon einen Tag nach der Geburt (Kälber).

Interessant ist, dass der Fleischkonsum in der Schweiz aber gemäß Statistik gestiegen ist. Rund 56 Kilo pro Person und Jahr. Das sind immerhin etwa150g pro Tag. Also nicht übertrieben viel, oder? Ich verstehe das nicht so ganz. Entweder glauben die, die oben genannte Aussagen machen, an Märchen oder sie sagen nicht die Wahrheit. Ich möchte niemandem zu nahe treten. Aber auffallend ist es schon, dass die Fleischesser IMMER erklären, dass sie nur die „gute“ Sorte Fleisch essen.

Meine persönliche Vermutung erscheint mir nahe liegend. Irgendwo macht sich ein Gewissen bemerkbar, das sagt: Eigentlich weißt du schon, dass die Tiere nicht so schön leben und sterben, wie du es wahr haben möchtest. Aber wenn du ganz fest daran glaubst, ist es vielleicht auch ein bisschen wahr.

Es stimmt: Es war sehr schmerzhaft, die Augen zu öffnen. Die Bilder, die ich gesehen habe, sind unvergesslich eingebrannt. Sie haben dazu geführt, dass ich in der Realwelt angekommen bin, nicht mehr an Märchen glaube und für mich entsprechende Konsequenzen gezogen habe. Konkret heißt das bei mir: Seit über 30 Jahren esse ich kein Fleisch (bin neben einem Schlachthof aufgewachsen) und vor 16 Monaten habe ich mich für ein veganes Leben entschieden. Dies wird bisweilen als extrem bezeichnet.

Ich meine: Ja, das ist extrem – extrem konsequent.

Dass Tiere, wie wir Menschen, empfindungsfähige Wesen sind, ist eine offensichtliche Realität, die nach individuellem Belieben angepasst wird. Mein Hund: Ja, dem gestehe ich Angst, Freude und Schmerzen zu und den würde ich natürlich auch nicht essen. Warum soll ein Schwein, das nachweislich intelligenter ist, so völlig anders sein? Antwort: Es MUSS etwas Anderes sein, sonst könnte es ja nicht mit gutem Gewissen gegessen werden.

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Die Ignoranz und Gleichgültikeit vieler Menschen macht mich traurig. Ich weiß manchmal nicht, wie ich konstruktiv damit umgehen kann. Doch dann kommt mir wieder in den Sinn, dass alle diese Meschen noch gar nicht in der Realwelt angekommen sind. Die Nahrungsmittelindustrie mit ihrer Millionen-Werbung erhält den Glauben an die heile HEIDI-Welt perfekt aufrecht.

Der Knopf auf der Fernbedienung heißt „OFF“. (Immer öfter denke ich auch „F… OFF!) Es ist ein Risiko, den Fernseher auszuschalten und die Augen zu öffnen. Das Abnehmen der Scheuklappen blendet nicht nur. Es tut richtig weh. Denn Wissen kann nicht rückgängig gemacht werden.

Und in welcher Welt lebst du?

Latte Macchiato

Nachdem ich zu meinem letzten Beitrag kein Foto von dem veganen Raclette hatte, ist mir heute dafür ein umso schöneres Foto von einem anderen Lieblingsteil gelungen, dem Latte Macchiato.

Mein Latte Macchiato #vegan 💓🐮

Mein Latte Macchiato #vegan 💓🐮

Als ich beschloss, mich vegan zu ernähren, war das eine Entscheidung aus Überzeugung, aus ethischer Sicht, dass alle Tiere dasselbe Recht auf Leben haben und dass ich keine Teile oder Bestandteile von lebenden oder toten Tieren mehr essen will. Mein Kopf hatte dazu ja gesagt, ohne Wenn und Aber.

Mein Magen hatte jedoch seine Zweifel: was wird denn aus deinem morgendlichen Kaffee im Bett? Was ist mit deinen heiss geliebten Jogurts und Käse? Also ich hatte ehrlicherweise schon etwas Schiss, dass ich es mit Kaffee und Käse irgendwie nicht schaffen würde und dann nach einiger Zeit einsehen müsste, dass vegane Ernährung keinen Spass macht.

Jedes Mal, wenn ich so einen wunderbar schaumigen Macchiato auf den Tisch stelle, freue ich mich darüber. Es ist etwas Besonderes.

Wer überlegt sich schon, woher die Milch in seinem Kaffee kommt? Meine Freude ist, dass sie nicht von einer Kuh kommen muss und es trotzdem super lecker schmeckt! Und schön sieht es auch aus, oder?

Hast du eine Haltung oder bist du haltlos?

„Du musst wieder mal über etwas anderes schreiben.“

Mein liebster Leser und Kritiker meinte zu meinem letzten Beitrag, es gehe „wie immer“ um die Frage, warum die Tiere nicht auch ein Lebensrecht haben. Dabei ging es mir doch in dem Beitrag eigentlich um die Weihnachtsbotschaft, also um die Liebe und die Vergebung. Tatsache ist halt, dass eh täglich, aber eben auch an Weihnachten, Millionen Tiere ihr Leben lassen müssen, damit Menschen das Fest des Friedens und der Liebe feiern können, so wie sie es „gut“ finden.

Es gebe doch so viele andere spannende und sinnvolle Themen, über die ich AUCH mal schreiben könnte. Stimmt. Heute schreibe ich, passend zum Neujahr, über Haltung. Nein, nicht über Tierhaltung in der Massenproduktion.

Ich schreibe über Haltung statt Vorsätze. Weil ich mir sicher bin, dass eine bewusste innere Haltung unweigerlich zu mehr konkreten Taten führt als ein Vorsatz.

In meiner Berufsverband-Zeitschrift „schulpraxis 3/2014“ erläutert Urs Gfeller (Dozent am Institut für Weiterbildung der PH Bern) sein Verständnis von innerer Haltung: „Mit unserer Haltung drücken wir aus, was uns im Leben Halt gibt.“

Ich schliesse daraus, dass haltlos ist, wer keine Haltung hat. Mir kommt auch dieser Satz (Autor/in ist mir leider nicht bekannt) in den Sinn:

„Wenn du keine eigene Meinung hast, kannst du dir an jedem Kiosk eine kaufen.“

Sehr schön formuliert hat es auch Marie von Ebner-Eschenbach:

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Ich stelle mir zum Jahresanfang eine Frage, die ich als sinnvoll und spannend erachte:

Was ist meine Haltung zur aktuellen Lage der Welt und den wirklich globalen Problemen?

Die Frage ist also nicht, welches Modelabel ist grad in oder welche Musik ist angesagt. Es heisst auch nicht, wo gibt es die billigsten und zartesten Rinderfilets oder die günstigsten Schuhe.

Die Fragen könnten lauten: Wie viele Paar Schuhe brauche ich? Welche Marken will ich berücksichtigen bei meinem Kauf, welche meiden? Ich mag zum Beispiel die Textilien von COOP Naturaline. Warum? Sie sind aus biologischem Anbau, fairem Handel und neuerdings sogar rückverfolgbar.

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Welche Musiker übermitteln Botschaften, die mir sympathisch sind?

Zum Beispiel „Berge“: https://m.youtube.com/watch?v=IS_mantk3tA

Muss ich Fleisch essen oder habe ich die freie Wahl, es bewusst zu lassen, weil ich mir die Kalorien und Nährwerte lieber direkt zuführe als über abgeholztes Regenwald-Tierfutter-Soja aus Brasilien, das dann als „Schweizer Fleisch“ verkauft wird? Oder weil ich ganz einfach nicht will, dass für meine Gaumefreude empfindungsfähige Lebewesen getötet werden?

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Sorry, jetzt bin ich wieder beim Tierschutz angelangt. Oder beim Thema Lebensrecht für alle Tiere.

Urs Gfeller sagt: “ Ich glaube, dass unser Leben darauf angelegt ist, dass wir unser Potenzial entfalten können. (…) Aufgrund sinnvoller Erfahrungen kann sich eine Haltung ändern. (…) Sie ändert sich jedoch nur, wenn das Ganze Sinn macht. Wer den Sinn nicht einsieht, kämpft bewusst oder unbewusst gegen das Anstehende. (…) Wenn ich die Haltung habe, dass diese oder jene Reform schlecht ist, dann hat sie wenig Chancen. Besser ist es, mit einer gewissen Offenheit der Neuerung entgegen zu schauen: Was lerne ich hier Neues? Wie entwickle ich mich dabei weiter? (…) “

Für mich war im Jahr 2014 eine sinnvolle Erfahrung, dass es problemlos möglich ist, sich vegan zu ernähren, ohne Einbusse an Genuss oder Vielfältigkeit. Im Gegenteil: Ich finde Kochen jetzt noch spannender und probiere leidenschaftlich gerne neue Rezepte aus. Knüller waren unter vielen anderen Leckereien das vegane Rührei, die Mango-Schoko-Torte oder das Tiramisu. Bei allem haben mein Liebster und sämtliche (nicht veganen) Gäste kaum glauben können, dass darin keine tierlichen Produkte enthalten sind.

Ungefähr gleichzeitig mit dem Start dieses Blogs im April 2014 habe ich begonnen, mich mehr und mehr vegan zu ernähren. Dabei wird es auch 2015 bleiben. Dies ist kein Vorsatz. Es ist meine innere Haltung, dass ich möglichst wenig Leid verursachen möchte und dass ich Schaden vermeide, wo ich kann. Ich möchte nicht andere beauftragen, für mich Tiere auszubeuten und zu töten. Dazu muss ich aber keinen Vorsatz fassen.

Diese innere Haltung macht für mich Sinn. Aus ökologischen, gesundheitlichen und ethischen Aspekten. Die entsprechenden Handlungen und das adäquate Verhalten sind automatisiert.

Anderen ist es wichtig, endlich mit dem Rauchen aufzuhören, wieder ins Fitnesscenter zu gehen, die lang ersehnte Indien-Reise zu machen oder die Eltern öfter zu besuchen. Ich hab leider keine mehr, sonst würde ich mir dies vielleicht als Vorsatz fassen.

Individuelle Wünsche und Vorsätze sind zweifellos auch wichtig und haben ihre Berechtigung. Aber nicht ausschliesslich und um jeden Preis.

Ich glaube, dass als Reaktion auf das Mega-Phänomen Individualismus bis zum Exzess eine Mega-Tendenz zum Gemeinsamen wieder an Wichtigkeit gewinnen wird.

Dazu zum Schluss nochmals Urs Gfeller: „Die meisten von uns sind geprägt von einem darwinistischen Weltbild, das auf Konkurrenz basiert. Gefragt ist jedoch meines Erachtens ein holistisches, ganzheitliches Weltbild, das sagt, dass alles miteinander verbunden ist. Nicht allein, sondern gemeinsam gestalten wir unser Leben, die Zukunft dieser Welt. Im Gemeinsamen liegt für mich ein grundlegender Sinn.“

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Was ist deine innere Haltung? Was ist das Handeln, das dieser Haltung Ausdruck verleiht?

Ohne „……..“ kann ich nicht leben!

Ich bin Präsidentin in einem Stiftungsrat. Wir sind vier Personen, die den Nachlass eines alten Ehepaars für Tiere in Not verwalten. Natürlich ehrenamtlich. Gestern haben wir eine unserer Hauptdestinäre besucht, die wir seit einigen Jahren regelmässig unterstützen, damit sie ihren Tierpark über Wasser halten kann, den sie seit über 30 Jahren betreibt. Es sind Wildtiere aus Zoos, die eingeschläfert werden sollten oder verletzte und gerettete Tiere, die von ihr aufgenommen wurden. Die gute, über 70-jährige Frau hat nebst zwei Emus, Gänsen, Hühnern, Wildkatzen, einem Luchs, Papageien und Meerschweinchen auch etwa 30 Hauskatzen, von denen sie keine einzige fremd platzieren würde, weil sie die „doch nicht aus dem Rudel nehmen kann und weil die an einem andern Ort sterben könnten. Wenn der Zoo stirbt, sterbe ich auch.“ Damit hat sie wahrscheinlich sogar Recht. Es ist ihr Lebenswerk und ihre Identifikation. Das ist sicher auch der Grund, weshalb sie verstorbene Tiere durch neue alte ersetzt. Zum Beispiel das alte Schwein, das sonst geschlachtet würde. Im Anschluss an den Besuch sind wir zusammen essen gegangen, um die Eindrücke etwas zu verarbeiten und das weitere Vorgehen zu besprechen. Die Stiftung sollte und möchte vor allem präventive, konstruktive und nachhaltige Projekte unterstützen. An der nächsten Sitzung müssen wir das weitere Vorgehen definieren. Beim Essen kommen wir nahe liegend aufs Thema Ernährung zu sprechen. Ein Stiftungsrat erwähnt, welche Milch für ihn die beste sei und beim Latte Macchiato den schönsten Schaum hergebe. Ich sage, dass es eine Weile gedauert hat, bis ich die Pflanzenmilch gefunden habe, die mir am besten schmeckt und den besten Schaum hergibt. Alle Anwesenden wissen, dass ich seit vielen Jahren kein Fleisch esse. Aber warum jetzt auch keine Milch mehr?image Ich stelle die Frage, warum eine Kuh Milch gibt. Kurzes Überlegen… Dann: „Weil die Kuh Gras frisst.“ … ??? … Ich war mir fast sicher, dass diese Antwort kommen würde. Die kommt in mindestens 2 von 3 Fällen, wenn ich sie stelle. Genau das ist es: Eine Mehrheit der Menschen in unserer westlichen, „zivilisierten“ Gesellschaft erkennt viele Vorgänge und Zusammenhänge in der Natur nicht mehr, da wir davon entfremdet sind. Wenn ich erwähne, dass eine Kuh nur Milch gibt, wenn sie ein Kalb hat, kommt meist erst ein protestierendes „Aber bei dem Bauern, den ich kenne, stehen Kühe im Stall und die geben einfach Milch…“ Der Veterinär in unserer Runde bestätigt sachlich, dass eine Kuh etwa 9 Monate lang Milch gibt, wenn sie ein Kalb hat. http://alpensepp.com/kaese-wiki/laktationsperiode Ich persönlich bin der Meinung, diese Milch sollte hauptsächlich für ihr Kalb sein. Doch dieses wird mit prozentual sehr geringen Ausnahmen (Mutterkuh- oder Ammenkuhhaltung) innert Stunden oder Tagen nach der Geburt von der Mutter getrennt und steht dann bis zur Schlachtreife zum Beispiel im Iglu, sehr oft in Einzelhaltung. Solche Iglus sehe ich manchmal, wenn ich mit meinem Hund spazieren gehe… :-(( Artgerecht wäre dies – aber so oder so: auch auf dem BIO-Hof wird das Kalb früher oder später von der Mutter getrennt…

CH 2014

CH 2014

http://alpensepp.com/kaese-wiki/laktationsperiode Ich verurteile niemanden dafür, dass er Milchprodukte konsumiert. Selbst habe ich die weit reichenden Zusammenhänge und Konsequenzen der Milchwirtschaft auch erst mit diesem kurzen , unblutigen und gewaltlosen Film erkannt. https://m.youtube.com/watch?v=IzOjqeKdYn8 Danach wollte ich nicht mehr zurück. Wissen kann nicht rückgängig gemacht werden. Innerhalb von wenigen Wochen habe ich von vegetarisch auf vegan umgestellt. Mit diesem Bild möchte ich niemanden provozieren. Wirklich nicht. Aber vielleicht zum Nachdenken anregen… nach dem Motto: ICH WILL GAR NICHT, DASS DU DASSELBE DENKST WIE ICH. ICH WÜNSCHE MIR NUR, DASS DU SELBER DENKST. image Jemand in der gestrigen Runde sagte, es gehe doch vor allem um die WERTSCHÄTZUNG des tierlichen Produktes. Ich meine, es geht auch um die MASSE. Die Wertschätzung ist die Voraussetzung schlechthin, damit du dir überhaupt Gedanken machst, woher was kommt und wenn du erkennst, dass dahinter ein fühlendes Lebewesen mit Angst, Schmerz und Lebensfreude steckt, wirst du deinen Konsum von tierlichen Produkten vielleicht mal reflektieren, möglicherweise reduzieren und im besten Fall einstellen. Oder eben nicht, weil du findest, das ändert eh nichts an der Masse. Ein Stück Zeitungspapier lässt dich noch nicht ans oberste Bücherregal kommen. Wenn du 1000 aufeinander legst, schon… Die Aussage „ohne Käse und Jogurt könnte ich nicht leben“ könnte von mir sein. Noch vor einem Jahr hätte ich dies bestätigt. Und doch:

alles ohne Milchprodukte: Latte Macchiato, Zwetschgen-Streuselkuchen, "Quarktorte"... (Vom Tiramisu hab ich leider kein Foto ;-) und von den Gästen gelobt und nicht bemerkt, dass es "nur" pflanzlich ist... ;-)

Diese leckeren, selbst gemachten Sachen alle OHNE Milchprodukte: Latte Macchiato, Zwetschgen-Streuselkuchen (ist momentan bei uns DER Renner), „Quarktorte“ mit Himbeeren und Mandarineneis…  wurden von den Gästen gelobt und nicht bemerkt, dass es „nur“ pflanzlich ist… Vom Tiramisu hab ich leider kein Foto 😉

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Dies sind nur drei kleine Beispiele. Der Latte Macchiato schmeckt mir übrigens am besten mit dem BIO-Sojadrink vom MIGROS, Nature oder noch besser mit Kalzium angereichert. Nicht wegen dem Kalzium, sondern wegen dem Geschmack. Ach ja, der Geschmack… ein tolles Thema! Da habe ich doch kürzlich festgestellt, dass jemand – oder möglicherweise sogar mehrere Leute aus meinem Arbeitskollegium – sich an meiner Sojadrink-Packung bedient, die im Kühlschrank des Lehrerzimmers steht. Und dies offenbar nicht nur einmal… Ich interpretiere mal: Soja schmeckt einfach nicht… wääh… ehm… also ich probier mal… das muss ja keiner wissen… na, schmeckt ja ganz passabel… Ich ziehe das Experiment jetzt weiter und lasse noch so gern alle, die unerkannt Sojadrink im Kaffee probieren wollen, dies tun, ohne das Risiko einzugehen, sich vor den anderen zu outen, dass es doch ganz gut schmeckt… Wie Albert Einstein schon sagte: ES IST SCHWIERIGER, EINE VORGEFASSTE MEINUNG ZU ZERTRÜMMERN ALS EIN ATOM. – Und der muss es ja wissen.. Mehr sehr Leckeres gibt es von der sehr hübschen und sympathischen Kochbuchautorin Nicole Just im Buch: imageimage Und ganz neu gibt es jetzt auch: LA VEGANISTA backt! Es gibt verschiedene Gründe, sich vegan zu ernähren.  https://www.freitag.de/autoren/felix-werdermann/anti-milch-pro-gesundheit?utm_content=buffer55571&utm_medium=social&utm_source=facebook.com&utm_campaign=buffer Es hat sich herausgestellt, dass es nebst den für mich in erster Linie ethischen, aber auch gesundheitlichen und ökologischen Gründen, mir persönlich vor allem SPASS macht, Neues zu entdecken und meinen Gästen aufzutischen. Bis jetzt sind alle immer wieder gekommen 😉 Und ohne was kannst DU nicht leben???

I’m so f**king tolerant!

WHY SHOULD I BE TOLERANT TOWARDS VIOLENCE???

Ich weiss, Veganer sollten sich einfach um mehr TOLERANZ bemühen. Nicht immer dieses Weltverbesserungs-blablabla und überhaupt, hey, das Leben ist doch so schön! Stimmt, aber nicht für alle…

Gestern hat mir eine Tierärztin erzählt, dass das Schlachten von trächtigen Kühen auch hier in der Schweiz an der Tagesordnung ist. Die ausgemergelten, dauerzwangsgeschwängerten Kühe, die die Kraft nicht mehr aufbringen normal zu gebären, werden im Alter von etwa 4 Jahren (bei einer natürlichen Lebenserwartung von etwa 30) trächtig geschlachtet, da sich ein CHF 500.–Kaiserschnitt einfach ’nicht lohnt’….

Ich bin verdammt tolerant, wenn es um dies geht:

Hautfarben, Geschlechter, Staatsangehörigkeit, Glaubensrichtungen, sexuelle Orientierung, Lebensgestaltung usw.

ABER WARUM IN ALLER WELT SOLLTE ICH TOLERANZ ZEIGEN GEGENÜBER GEWALT???

Vielleicht hilft dieser Beitrag mit, warum es Veganern manchmal so schwer fällt, der Gewalt gegenüber Tieren immer nur so f**king tolerant zu sein.

Bild: Nachrichten in ndr.de, 25.03.2014

Dazu auch aufschlussreich in der Fachzeitung SCHWEIZER BAUER: http://www.schweizerbauer.ch/tiere/milchvieh/6-prozent-der-schlachtkuehe-traechtig–16651.html

In Deutschland sieht’s leider nicht besser aus…

http://www.ndr.de/nachrichten/Leidvoll-Das-Schlachten-traechtiger-Kuehe,kaelber113.html

http://www.ardmediathek.de/tv/Panorama-3/Leidvoll-Das-Schlachten-tr%C3%A4chtiger-K%C3%BChe/NDR-Fernsehen/Video?documentId=20385386&bcastId=14049184&mpage=page.moreclips

Und hier noch die Worte einer angehenden Veterinär-Medizinerin, die ein Praktikum in einem Schlachthaus absolvieren musste:

„Erzählen möchte ich, dass immer wieder inmitten dieses schleimigen, blutigen Berges ein trächtiger Uterus zu finden ist, dass ich kleine, schon ganz fertig aussehende Kälbchen in allen Größen gesehen habe, zart und nackt und mit geschlossenen Augen in ihren schützenden Fruchtblasen, die sie nicht zu schützen vermochten, – das kleinste so winzig wie ein neugeborenes Kätzchen und doch eine richtige Miniatur-Kuh, das größte weich behaart, braunweiß und mit langen seidigen Wimpern, nur wenige Wochen vor der Geburt.“