Vor dem Schlachten noch auf den Pausenhof

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Bevor sie geschlachtet werden, dürfen die Rinder jetzt ihre letzte Nacht im Pausenhof verbringen statt im Transporter ohne Futter und Wasser, damit die in der Schweiz maximal zulässige Transportzeit von 8 Stunden nicht überschritten wird. Super, oder?

Wie heisst es so schön:

Das Schlechte vermindern ist nicht dasselbe wie das Gute vermehren.

http://www.srf.ch/medien/news/kassensturz-strapazen-vor-dem-schlachten-viehtransporte-dauern-oft-zu-lang/

https://www.srf.ch/news/schweiz/strapazen-vor-dem-schlachten-rinder-ueber-20-stunden-im-transporter-eingesperrt

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MIGROS schneidet sich ins eigene Fleisch

Manchmal haben Lügen wirklich kurze Beine oder die Wahrheit hat den längeren Atem.

JEEEEEEE!

Ich freu mich grad sehr: Die Beschwerde der Schlachtfabrik der MIGROS zur Sendung 10vor10 vom Januar 2018 wurde abgelehnt, mit der Begründung, dass die schlimmen Zustände nur durch verdeckte Aufnahmen an die Öffentlichkeit gelangen konnten.

Genau: Die MIGROS könnte ja eigentlich auch selber ab und zu in ihren Ställen die toten Küken filmen und die Konsumenten fragen, ob sie das OK finden… 😂 😢

https://www.srf.ch/play/tv/10vor10/video/fokus-der-tod-ist-teil-des-geschaefts?id=9ee35e44-cc8a-4193-a3c5-5b306ce6a400&station=69e8ac16-4327-4af4-b873-fd5cd6e895a7

 

https://www.srgd.ch/de/aktuelles/news/2018/05/08/keine-manipulation-beim-huhnerbericht/?utm_medium=email&utm_campaign=NL%20192018&utm_content=NL%20192018+CID_485943bc78a31cebfbd605dc261ec47b&utm_source=NLartikel&utm_term=Hennen%20in%20einer%20BTS-Mastanlage%20Videostill%20aus%20dem%2010vor10-Beitrag%20Der%20Tod%20ist%20Teil%20des%20Geschfts

Tausche: 6 Kirschbäume und 1 Blumenwiese gegen 700 Schweine

Die maximal erlaubte Grösse eines Schweinemastbetriebs in der Schweiz wird mit diesem Neubau erreicht: von den bereits vorhandenen 800 wird der Bestand erhöht auf 1500 Tiere. Lebewesen, die mindestens so klug sind wie Hunde, auf ihren Namen hören und Freundschaften schliessen. Hier geht es jedoch klar um möglichst effiziente und rasche Umwandlung von fühlenden Wesen in Fleischstücke: Die von extern angelieferten Ferkel nehmen in den rund 100 Tagen in der Tierfabrik pro Tag rund 1kg zu, bis sie das Schlachtgewicht von 110kg erreicht haben.

Unglaublich, aber wahr: „Als ökologische Ausgleichsmassnahme werden (…) sechs Kirschbäume gepflanzt und eine Blumenwiese angesät.“

Das Ganze ist Naturafarm-konform und so kann das Fleisch an COOP und diejenigen verkauft werden, die oft und  gerne sagen: „Ich kaufe nur vom Metzger oder Bio, wenn ich weiss, die Tiere hatten es gut…“

Wie gut sie es haben, kann gerne hier nachgelesen werden:

https://www.coop.ch/content/dam/naturafarm/standards/rl_cnf_porc_d.pdf

Der Bericht zur neuen Tierfabrik in der Aargauer Zeitung ist hier:

https://www.aargauerzeitung.ch/aargau/wyna-suhre/fuer-2-millionen-franken-entsteht-hier-eine-moderne-tierfabrik-fuer-700-schweine-131826504D1B390DB-879F-4223-884E-CE39739A8420

Brücken schlagen statt Tiere schlachten

Er steigt auf BIO um und pflanzt Neues oder längst Vergessenes, aber Bewährtes an. Er nennt den Hof Tierarche. Aus dem Nutztierbetrieb der Eltern macht der Sohn einen Lebenshof.  Zweifellos werden andere zukünftige Landwirte dem Beispiel folgen, auch wenn ein paar abschätzige oder gar dumme Sprüche am Stammtisch noch das Unverständnis zum Ausdruck bringen, dass da einer die Tiere einfach leben lassen will, statt auf Kosten ihrer Würde oder ihres Lebens Geld zu verdienen.

Menschen wie Urs Marti aus Kallnach haben und machen Mut!

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Urs Marti mit Stier Luca – Foto: Raphael Moser

Hier der vollständige Bericht in der Berner Zeitung vom 21.10.2017: https://www.bernerzeitung.ch/region/bern/er-krempelt-den-hof-des-vaters-um/story/23486816

Für die 40 Rinder werden noch Patenschaften gesucht:

Diese ermöglichen den Rindern bzw. einem Rind ganz konkret, ein langes und würdevolles Leben frei von menschlichen Nutzungs-Ansprüchen.“

Der Link zur Tierarche Kallnach:

http://www.tierarche.ch/index.php/de/

Falsche Sprache

RÜCKTRITT VON NATIONALRAT JONAS FRICKER – Leserbrief

Betreff: Berichterstattung in der NZZ am 03.10.17 zu Jonas Frickers Rücktritt

SPRACHNUANCEN
Von der NZZ hätte ich etwas mehr Feingefühl und vor allem fundierte Kenntnis der deutschen Sprache erwartet. Der reisserische Titel „Auschwitz-Vergleich“ grenzt an Verleumdung. Nationalrat Fricker äusserte eine Assoziation, das ist etwas Anderes. Er hat weder Menschen mit Schweinen verglichen – was unserer Spezies angesichts der Weltlage nicht nur im übertragenen, sondern auch im biologischen Sinn durchaus anstehen würde (das wirkliche Entsetzen liegt in der Haltung des Speziesismus begraben: es darf gar nicht sein, dass Schweine mit Menschen verglichen werden) – noch hat er den Holocaust verunglimpft. Seine zweifellos ungeschickte Formulierung hat dazu geführt, dass einmal mehr über das Verbrechen der Tötung von 6 Millionen Menschen im dritten Reich gesprochen wird, echtes oder geheucheltes Entsetzen der Medien zelebriert wird, was einen derart grossen Druck erzeugt hat, dass Fricker als Nationalrat für seine Partei untragbar wurde. Über die zoologische Spezies der annähernd 3 Millionen armen Schweine in der Schweiz, die Jahr für Jahr für unsere heilige Bratwurst in den sicheren Tod gefahren werden, redet nun im Parlament zumindest eine schöne Zeit lang keiner mehr.

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Auch in der Schweiz erlaubt: Kein Einstreu, kein Auslauf Bild: tier-im-fokus.ch (TIF)