Das Fest der Liebe Vol. 2017

Muss man wirklich töten, um das Fest der Liebe zu feiern? Das scheint mir zumindest absurd, um nicht zu sagen schizophren.

Warum spricht die Kirche von Liebe und Frieden, will aber ein Opferlamm? Wie können Menschen erwarten, in Frieden zu leben, wenn sie doch aber täglich den Tod auf dem Teller haben?

Probier mal ohne Tier!

Zum Beispiel der traditionelle EGG NOG. Geht wunderbar ganz ohne Eier. Einfach weglassen. Die Pflanzenmilch kannst du nach Belieben austauschen, z.B. mit Mandelmilch. Die hier abgebildete Soja-Vanille-Milch schäumt ganz wunderbar.

Nebst dem Alkohol braucht es diese Zutaten:

Was dabei rauskommt, ist pure Liebe, das garantiere ich: diesen Egg Nog willst du immer wieder!

Oder Lebkuchen: das Rezept meiner Tante, die extra für mich einen veganen Lebkuchen gebacken hat, macht unter meinen Bekannten unterdessen die Runde und wird überall mit Begeisterung aufgenommen. Ich lobe mich hier also nicht selber, garantiere dir aber, dass du das Tierische nicht vermissen wirst. Wäre hier eh nur die Milch und Butter. Rapsöl mit Buttergeschmack und Hafermilch gibt‘s im COOP. Das Einzige, was ich noch ergänzt habe, ist der pink-farbene Überzug: 1EL Randensaft, 1 EL Zitronensaft und Puderzucker, so viel wie es braucht für eine zähflüssige Masse zum Bestreichen (ca. 80g).

Anstatt einen runden Lebkuchen kannst du mit der Teigmenge auch Muffins backen. Das sieht dann so aus und kann gut ins Pausenzimmer des Kollegiums mitgebracht werden:

Für mich ist seit 4 Jahren klar:

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VEGAN LOVE BITES 6/99: Hiiiilfeee, ich bin süchtig!

Hach, ich bin ja so total aufgeregt und happy 😊. Aber auch verzweifelt und in grosser Sorge 😰! Wie das möglich ist?

Seit den beiden Backkursen bei Ursi habe ich alle paar Tage etwas aus ihrer absolut köstlichen, einfach nachzubackenden Rezept-Kollektion umgesetzt und meinen Liebsten vorgesetzt. Die Begeisterung ist jedes Mal gross und die Tortenplatte oder Keksdose innert kürzester Zeit leer. So weit so gut: Wir stürzen uns jeweils auf diese herrlichen Torten-Kreationen – die ich mittlerweile auch mutig selbst variiere und ergänze – und schlemmen dann, was das Zeug hält.

Aber so kann das doch nicht weiter gehen… ich muss damit aufhören… sonst werden wir alle dick… ja, vegan macht dick! Vegan ist so super lecker, dass ich damit weder abnehmen kann – was ich ja gar nicht will – noch damit aufhören kann… ich befürchte, ich bin süchtig!

Meine neuste Kreation ist eigentlich aus einem Backfehler entstanden: Für meine letzte Torte (eine Japonais-Torte) habe ich aus Versehen die doppelte benötigte Masse für das Haselnuss-Biscuit vorbereitet. So habe ich dann halt aus reiner, selbstloser no food-waste-Manier die restliche Masse zwei Tage später zu eben dieser Eigenkreation verbacken:

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Unten eine Schicht Haselnuss-Biscuit, dann mit Himbeer-Rahm bestreichen, wieder Biscuit drauf, dann mit Gianduja bestreichen und mit Schokostreuseln zudecken. Erst seit dem Torten-Backkurs weiss ich übrigens, dass ein Biscuit ohne Eier, dafür mit Kohlensäure-haltigem Mineralwasser super luftig und locker gelingt und fantastisch schmeckt – danke Ursi! 🌸🍰 http://www.backenmitursi.ch

Ein Valentinsherz aus Marzipan darf natürlich auch nicht fehlen. img_1431

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Wobei das noch gar nicht die richtige Valentins-Torte war. Dafür hab ich ja noch 2 Tage Zeit… da fällt mir schon was ein… oh Schreck, alle 3 Tage eine Torte… ist das nicht ein wenig extrem?

Ja, VEGAN IST EXTREM! Extrem lecker, wie ich wieder mal selber erleben durfte. 😄

VEGAN LOVE BITES 5/99: Kein Bullshit – Hupf mal anders!

Heute ist ein Glückstag für alle, die sehnsüchtig auf das Rezept von diesem salzigen Gugelhopf warten, den ich fürs HIGH TEA-Kochtreffen Ende Dezember 2016 gebacken habe!

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Ursprünglich ist dieser Apéro-Gugelhopf inspiriert von einem Rezept aus der COOP-Zeitung. Ich habe ihn einfach veganisiert und er stösst allerseits auf grosse Begeisterung. Konkret heisst das, dass ich nur die Fleischwürfel mit Oliven ersetze und Reismilch statt Kuhmilch verwende. Ah nein, etwas habe ich vergessen: ich verwende Prosecco statt Weisswein, weil die Kohlensäure das Ganze noch viel luftiger macht! Wer etwas übertreiben will, kann es auch mit Champagner machen, schmeckt natürlich auch wunderbar!

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Gestern habe ich in einem veganen Forum – offensichtlich von einem Troll – gelesen: „Mir schmecken vegane Kuchen nicht. Ich mag einfach keine Kuchen, in denen keine Eier und keine Butter drin sind. Das müsst Ihr (Veganer) so hinnehmen und akzeptieren…“

Das ist Schubladen-Denken, pure Provokation voller Vorurteile, Engstirnigkeit, Bequemlichkeit oder Ignoranz, um nicht zu sagen „Bullshit“. Ich habe in den vergangenen Monaten mit Vleischkräpfchen über Baiser, Schoko-Mousse, verschiedenste Torten 🍰, eben diesen Gugelhopf, falschen Eiersalat und vieles mehr immer wieder auch sehr kritische Leute überzeugt, dass veganes Essen total lecker ist. Wenn es nicht schmeckt, ist es schlecht gekocht. So einfach ist das. Punkt.

Viel Spass beim Nachbacken und lässt es euch schmecken! Der Gugel ist jeweils in kürzester Zeit weggehupft… 😉

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VEGAN LOVE BITES 3/99: krass!

Es ist ein Wunder geschehen! Es ist absolut fantastisch und ich bin ein bisschen stolz, dass ich dieses Wunder nun auch auslösen kann… Aber der Reihe nach…

Die Vorstellung, vegan zu essen, ruft bei mir heute andere Bilder und Assoziationen hervor als vor 3 Jahren, als ich beschlossen hatte, meinen Wahrnehmungszustand zu erweitern. Meine grösste Sorge war damals, dass ich meinen geliebten morgendlichen Latte Macchiato nicht mehr trinken könnte, weil da ja Milch drin ist. Dass es mehrere Dutzend Sorten Pflanzenmilch gibt, von denen mittlerweile wechselweise Mandel-, Reis-, Hafer-, Soja- oder Haselnussmilch mein Favorit ist, wusste ich vor 3 Jahren noch nicht. Heute ist es total normal und beim Einkaufen und Zubereiten mit Null Mehraufwand verbunden, einfach einen veganen LATTE MACCHIATO zu trinken.

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Später kamen Spagetti Volognese, Tiramisu, Pizza, Zopf, pflanzlicher Käse, Cake, Kuchen, Torten, Lasagne, Rührtofu u.v.a. mehr dazu. Es blieb für mich vor allem ein Produkt übrig, von dem ich bis vor kurzem überzeugt war, dass es unmöglich ist, dass es vegan gelingt, also gut aussieht und gut schmeckt: die Meringue – oder für die nicht schweizerischen 🇨🇭 Lesenden hier Baiser. Ich war überzeugt, dass ein paar extreme Veganer in ihrem radikalen Eifer Filme über youtube verbreiten, in denen suggeriert wird, dass es möglich ist, Baiser ohne Zugabe von Hühner-Eiweiss herzustellen, um zu vertuschen, dass man als Veganerin eben doch auf so vieles verzichten muss. Ich hab zweimal versucht, es nachzumachen und das Resultat war ein totaler Flop. Ich war mir danach absolut sicher, dass das einfach nicht geht. Punkt. Finde dich damit ab.

Nun habe ich vor 2 Wochen diesen wunderbaren Backkurs zum Thema Aquafaba (Kichererbsenwasser) bei Ursi Lüthy besucht.

http://www.backenmitursi.ch

Das alles haben wir da in nur 4 Stunden gelernt, gemacht und auch gegessen (numnumnum…!): Vacherin Meringue Glacé, Schoggimousse, Beerenmousse, Schokoküsse, Japonais und…

… ja, du hast das auf dem letzten Foto richtig gesehen: das sind Meringues! Und die sind wirklich unglaublich einfach zu machen.

Und jetzt frage ich mich Folgendes: Warum ändern die meisten Menschen ihre Ess-Gewohnheiten zu Gunsten der Tiere und der Umwelt auch dann nicht, wenn es ganz einfach umsetzbar wäre? Ich meine, wenn du rennen willst wie Usain Bolt, Fussball spielen wie Lionel Messi oder Klavier spielen wie Hélène Grimaud, dann kannst du dich noch so anstrengen und abmühen, du wirst deren Level mit grösster Wahrscheinlichkeit zu Lebzeiten nicht erreichen. Heulst du deswegen rum? Würdest du dich rechtfertigen wollen, warum du nicht so gut bist wie diese Ausnahmetalente? Nein. Du findest dich ganz einfach damit ab,  dass sie besser sind als du.

Aber wie ist es nun mit einer Veganerin in deiner Gegenwart, die dir vermittelt, dass sie dir ethisch überlegen ist, weil sie mit ihrer Ernährung mehr gegen das Leid der Tiere und mehr für die Umwelt tut als du, dass sie also in einem bestimmten Bereich besser ist als du? Du verteidigst dein Verhalten, dein Unvermögen, es ihr gleich zu tun. Du wirst wahlweise aggressiv gegen diese Person oder versuchst, sie schlecht oder lächerlich zu machen. Oder du zeigst immerhin Wertschätzung und sagst,  dass du das toll findest, du das aber selber unmöglich könntest. Warum eigentlich nicht? Du hättest genauso wie sie die Möglichkeit und zweifellos auch die Fähigkeit, es ihr gleich zu tun. Du müsstest nur wollen.

Es ist nun mal einfacher, von etwas zu träumen, das man unmöglich umsetzen kann, als etwas umzusetzen, das man tatsächlich könnte, wenn man nur bereit wäre, eine kleine Anstrengung zu unternehmen, nämlich eine Gewohnheit zu ändern.

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Und so werden weiterhin jährlich über 60 Millionen leidensfähige Tiere in der Schweiz geschlachtet, damit Fleischesser an ihrer Gewohnheit festhalten können, „nur ganz selten Fleisch zu essen und wenn, dann nur BIO und von guter Qualität“. Und das Klima geht den Bach runter, die Ressourcen werden weiter verschwendet, indem etwa für die Produktion von 1kg Rindfleisch nahezu 20’000 Liter Wasser verbraucht werden etc. bla bla bla… Wenn du deine Gewohnheiten nicht ändern willst, dann interessiert dich das eh alles nicht. Hauptsache, du kannst kochen und essen wie bisher.

Ach ja, das Schokoladen-Mousse aus dem Backkurs mit Ursi Lüthy schmeckt schlicht fantastisch, hat nur 3 Zutaten und ist in 15 Minuten gezaubert. Ich hab’s hier auf Blätterteigböden verteilt und mit frischen Mangoschnitzen garniert… himmlisch!

Optionen, die ich auch mag: Sojarahm statt Aquafaba und 1 EL Cognac oder Whisky unterrühren… 😋

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