Im Teufelskreis der Lust

Super-Angebot von Utopia zum "Kauf-nix-Tag"

Super-Angebot von Utopia zum „Kauf-nix-Tag“ – ©Utopia

„Unser Bestseller! Zu Recht von der Presse als „Erlöser-Produkt des Jahres“ gefeiert. Denn auf der ganzen Welt gibt es immer mehr Menschen, denen es reicht. Die nichts mehr glauben, was Politiker versprechen. Die nichts mehr von dem wollen, was die Industrie ihnen auftischt. Die nichts mehr wollen als eine lebenswerte Welt.“

Das ganze Angebot gibt es unter:

http://www.utopia.de/galerie/utopia-kauf-nix-tag-2010-mit-produkten-zu-nichts/6#content

Was soll denn das, ein Kauf-nix-Tag? Es geht hier also um die bewusste Entscheidung, an einem bestimmten Tag etwas NICHT zu kaufen oder zu konsumieren. Ob ein Tag pro Jahr allerdings ausreicht, um einen Gesinnungswandel zu erwirken, ist mehr als fraglich. Immerhin wachsen Bewegungen in diese Richtung und Meinungsäusserungen nehmen auch von wissenschaftlicher Seite ständig zu.

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Das Buch zur längerfristigen Befreiung gibt’s von Dr. Ingo Schymanski weiter unten…

Im heutigen Beitrag zeige ich vier Beweggründe für freiwilligen Verzicht auf und möchte auf einige aktuelle und äusserst spannende wissenschaftliche Beiträge zum Thema hinweisen.

1. Freiwilliger Verzicht ist eine grosse ERLEICHTERUNG, was in meinem Fall dazu führt, dass ich beim Einkaufen viel weniger kostbare Lebenszeit verbrauche, weil ich vor allem weiss, was ich nicht kaufen will und an welchen Regalen ich meinen Einkaufswagen im Sauseschritt vorbeiführe. Klingt banal. Aber rechne doch einfach mal aus, wie viel Zeit pro Jahr du in den riesigen Einkaufszentren mit „Suchen“ nach den „besten Produkten“ verbringst…

2. Freiwilliger Verzicht bedeutet, bewusst und selbst, also SELBSTBEWUSST 😉 eine Entscheidung zu treffen, dass ich etwas will oder eben gerade nicht. Im Falle meiner Schulklasse (8-10-Jährige) ging es vor Ostern darum, sich im Zusammenhang mit dem Unterrichtsthema Nachhaltigkeit für etwas zu entscheiden, auf das man während einer vorher bestimmten Zeit verzichten will, sozusagen als Geschenk an die Erde, von der wir alle Ressourcen bekommen. Von 10 Tagen ohne Süssigkeiten, Fleisch oder Fernseher ging es bis zu 3 Monate das Taschengeld dem WWF spenden oder allgemein auf Plastik verzichten.

3. Freiwilliger (freier Wille 😉 Verzicht bedeutet FREIHEIT: Wenn ich mir von der Werbung oder anderen Menschen nicht suggerieren lasse, dass ich etwas Bestimmtes brauche, um glücklich zu sein, um begehrt zu werden und dazu zu gehören, wenn ich mir bewusst mache, dass ich selbst etwas wert bin, (Selbstwertgefühl ;-), dann bin ich frei. Die gobalisierte Konsumgesellschaft will uns glauben lassen, dass wir uns den grenzenlosen Möglichkeiten und den ständigen Erneuerungen gegenüber flexibel und offen zeigen müssen, uns glücklich schätzen sollen, in der Welt der 1000 Optionen zu leben. Zygmunt Bauman nennt dies den „postmodernen Reinlichkeitstest“. Nicht jeder besteht diesen Test. Die, die es nicht schaffen, sind der „Schmutz der postmodernen Reinheit“.

„Die moderne Gesellschaft kennt nur ein Ziel: Glück. Glücklich ist, wer begehrt ist und der Konsum soll das Interesse an der eigenen Person steigern. Doch der Konsummarkt ist zugleich unerbittlich, er entscheidet über das Drinnen und Draußen in der Gesellschaft. Wer seinen Anforderungen nicht standhält, wird ausgestoßen.“

Das ganze Interview mit Zygmunt Baumann gibt es hier:

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/interview-mit-zygmunt-bauman-konsum-macht-einsam-1.1049496

Auch der Sozialpsychologe Prof. Dr. Heiner Keupp spricht dieses wichtige Thema auf unterhaltsame und nachhaltige Weise an. Den Podcast mit dem ganzen Referat „Vom immer mehr und nicht genug“ gibt es hier:

http://vorarlberg.orf.at/radio/stories/2668182/

4. Freiwilliger Verzicht macht GLÜCKLICH und bedeutet somit schlicht die Erlösung aus dem Teufelskreis der Lust!

Erschienen im Schattauer Verlag

Dazu hat Dr. Ingo Schymanski, Facharzt, Psychotherapeut und Suchtexperte, ein top-aktuelles Werk verfasst, in welchem er die weitreichenden Auswirkungen und den verheerenden Einfluss der Belohnungsfalle aus wissenschaftlicher Sicht aufarbeitet und in einem eigens dafür entwickelten Modell darlegt. Das soeben erschienene Buch ist auch für wissenschaftliche Laien durchwegs verständlich und lesenswert. Ingo Schymanski zeigt leicht nachvollziehbar und in bildhafter Sprache, mit vielen alltäglichen Beispielen auf, wie wir der täglichen Versuchung der Belohnungsfalle widerstehen können oder eben nicht. Ein MUSS für alle, die kurz mal die Welt – und sich selber – retten wollen!

http://www.schattauer.de/de/book/detail/product/1082-im-teufelskreis-der-lust.html

Und was ist dein Beweggrund für freiwilligen Verzicht?

Auf was willst du unter keinen Umständen verzichten?

Es gibt kein Fleisch von glücklichen Tieren, nur von toten Tieren

Viele Tiere in der Schweiz sind arme Schweine. Viele Tiere werden zur Ware degradiert, nur weil Menschen Fleisch essen wollen, möglichst billiges Fleisch. Im Schnitt 50 Kilo pro Kopf und Jahr. Viele Schweizer/innen haben keine Ahnung, wie Tiere in der Schweiz gehalten werden. Viele wollen es auch gar nicht wissen. Sie wollen lieber glauben, dass das Schnitzel oder die Wurst auf dem Teller von einem glücklichen Tier kommt. Wenn sie alles wüssten, hätten sie vielleicht ein schlechtes Gewissen beim Fleisch essen. Was z.B. gemäss Gesetz erlaubt ist: Schweine müssen keinen Auslauf und kein Stroh haben. Es ist erlaubt, dass sie in kahlen Betonbuchten ohne Einstreu  leben. 4 von 10 Schweinen sehen das Tageslicht zum ersten Mal, wenn sie zum Schlachthaus gebracht werden. Auch der vorgeschriebene Platz ist knapp bemessen. So reicht gemäss der Tierschutzverordnung für ein ausgewachsenes Schwein von 100 Kilogramm eine Fläche von 0,9 m2.

Auch in der Schweiz erlaubt: Kein Einstreu, kein Auslauf Bild: tier-im-fokus.ch (TIF)

Auch in der Schweiz erlaubt: Kein Einstreu, kein Auslauf
Bild: tier-im-fokus.ch (TIF)

Auch Rindern muss kein Auslauf ins Freie gewährt werden. Sie dürfen sogar während maximal 270 Tagen im Jahr und bis zu zwei Wochen am Stück im Stall angebunden werden. Stroh am Boden ist auch hier nicht vorgeschrieben. Unter zwei Wochen alte Kälber dürfen laut der Verordnung einzeln gehalten werden, Kälber zwischen zwei Wochen und vier Monaten in «Kälber-Iglus» mit kleinem Auslauf. Voraussetzung ist Sichtkontakt zu Artgenossen. Es ist nicht verboten, trächtige Kühe zu schlachten. Eine Stichprobe des Bundesamts für Veterinärwesen im Jahr 2012 ergab, dass rund 6 Prozent der geschlachteten Kühe mindestens im fünften Monat tragend waren. Das sind jedes Jahr etwa 15’000 Tiere.

Kuhhörner dürfen abgesägt werden, obwohl die Tiere diese durchbluteten Organe zur Körperpflege und Kommunikation untereinander benützen. Für mich nichts Neues, und doch gehen mir solche Berichte jedes Mal wieder unter die Haut. Weil ich die Bilder dazu kenne. Sie sind unwiderruflich eingebrannt. Was man weiss, kann man nicht vergessen. Man kann es sehr wohl verdrängen, um seine Gewohnheiten nicht in Frage stellen zu müssen. Neue Wege zu gehen macht vielen Menschen Angst. Klar, es gibt Ausnahmen: Tierhalter, die alles „richtig“ machen, also mehr als das Gesetz verlangt und die ihre Tiere nicht als Ware sehen, eine Beziehung zu ihnen haben und traurig sind, wenn sie zum Schlachten gebracht werden. Doch so ganz an sich ran lassen wohl die wenigsten die Wahrheit: dass Tiere empfindsame, soziale Wesen sind, mit denen man kommunizieren kann. Sonst gäbe es wohl mehr sogenannte „Nutz“-Tiere mit Namen statt Nummern. Den ganzen Bericht gibt’s hier zu lesen: http://www.tagesanzeiger.ch/leben/gesellschaft/Viele-Tiere-sind-arme-Schweine/story/26083394

Verzichtest du noch oder gewinnst du schon?

Sonntagmorgen, mit Müsli und Kaffee auf dem Nachttisch, gemütlich im Bett sitzend, einen Audio-Artikel aus dem neuen TIME-Magazin hörend, der da heisst:

THE JOY OF LESS – frei übersetzt: WENIGER MACHT GLÜCKLICH.

Stimmt das wirklich? Der Untertitel zu meinem Blog heisst „mit weniger mehr leben“.

Ich bin überzeugt: Je mehr Dinge, umso unglücklicher – je weniger materieller Ballast umso zufriedener.

Mein Liebster macht mir zum Geburtstag ein Geschenk: 10 Besuche einer kulturellen Veranstaltung. Zum Beispiel zusammen Zeit im Konzert verbringen, im Anschluss an die Theatervorstellung gemütlich bei einem Glas Wein über den Inhalt philosophieren, die Aussage analysieren und aufs eigene Leben übertragen und hinterfragen…

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Überhaupt: hinterfragen scheint mir eine zentrale Tätigkeit, die in der Konsum- und Wegwerfgesellschaft, wo es um Gewinn und Steigerung des Umsatzes geht, keinen Platz hat. Das kann nicht gut kommen. Wir wissen alle, dass wir auf zu grossem Fuss leben. Von den 24 Öko-System-Dienstleistungen (Wasser, Luft…) sind 15 geschädigt, zum Teil massiv. Wenn alle Menschen der Welt sich materiell so verhalten würden wie die Industrienationen, bräuchten wir vier Planeten!

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Bald habe ich Geburtstag. Und das gleich zweimal: ich werde in 10 Tagen 55 und am 1.April feiere ich meinen 1.veganen Geburtstag.

Seit ich mich vegan ernähre, stresst mich das Einkaufen im Supermarkt viel weniger, denn ich brauche weniger Zeit dafür. Es gibt Regale, und es sind deren nicht wenige, an denen ich vorbeigehe, ohne einen Blick rein zu werfen. Nicht, weil ich auf Teile von toten Tieren und auf Milchprodukte verzichte, sondern weil ich weiss, dass ich das nicht wirklich brauche. Und die Umwelt braucht es auch nicht. Die zum Tod verurteilten Tiere schon gar nicht.

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Meine Stoffwechsel-Kontrollwerte letzte Woche beim Endokrinologen waren alle tipp topp und ich nehme nicht mal Eisenpräparate zu mir. Die schwarze Schokolade, Linsencurrys, Kichererbsen-Bohnen-Salate, Sauerkraut, Nussmischungen u.v.m. leisten da ihren Beitrag. B12 substituiere ich, da sollte man nichts riskieren. Es gibt aber auch Fleischesser, die davon zu wenig haben.

Ich weiss ziemlich genau, was ich kaufen will und meist auch, wo ich es finde. Mittlerweile auch im MIGROS. Zum Beispiel die super leckere BIO-Vanille-Sojamilch für meinen Kaffee. Oder der Schoko-Drink für in der Pause. COOP hat da noch etwas Aufholbedarf, das Sortiment an veganen Lebensmitteln aus der Kühltheke ist nicht so gross. Immerhin hat COOP jetzt auch veganes Jogurt = Sojurt 😉 Meine Lieblings-Sorte: mit Himbeer-Geschmack: sehr fein!

Gibt es auch in grossen und ausgesuchten MIGROS-Filialen

Gibt es auch in grossen und ausgesuchten MIGROS-Filialen

Natürlich gibt es auch die Reformhäuser oder gar vegane Restaurants oder Läden, die nach und nach eröffnen.

Zurück zum Titel: Wer immer noch glaubt, dass mehr Dinge mehr Glück und Zufriedenheit bedeuten, kann mittlerweile die Bücher unzähliger Autoren und Autorinnen lesen, die aus ihrer eigenen Erfahrung berichten, dass dies nicht so ist.

Für heute hab ich 3 englische Titel zur Empfehlung:

Empfehlungen aus dem TIME-Magazin vom 23.03.2015 im Artikel THE JOY OF LESS von Josh Sunburn

Empfehlungen aus dem TIME-Magazin vom 23.03.2015 im Artikel THE JOY OF LESS von Josh Sunburn

Vielleicht hast du auch etwas gelesen oder gehört, das dich nachhaltig beeindruckt und das du zur Lektüre empfehlen möchtest? Ich bin gespannt und freue mich auf eure Beiträge!

Und: Ja! WENIGER IST MEHR!

99 Antworten, seit ich vegan lebe – noch Fragen?

AUSREDEN

Also ich könnte nicht auf alles verzichten… Ich finde es ja toll, dass du das machst, aber ich könnte das nie durchziehen… Ich könnte nie so kochen, das muss doch sehr kompliziert sein… dafür habe ich zu wenig Zeit… Vegetarisch finde ich gut, ich esse selber (fast) kein Fleisch… aber vegan… damit kann ich irgendwie nichts anfangen… Alle anderen bei uns essen Fleisch, da ist es schwierig für mich… Da wo ich wohne, gibt es keine veganen Sachen… Ich kaufe nur BIO-Produkte und vom Metzger, den ich kenne…

KRITIK

Aber du trägst ja auch Lederschuhe, oder? Woher kommt denn das Soja, das du trinkst? Ich habe gehört, Soja ist ganz schlecht für die Umwelt… Pflanzenesser sind für den Tod von unzähligen Tieren verantwortlich, die bei der Ernte im Erdreich getötet werden… Ich finde halt, Pflanzen haben auch eine Seele und sie haben wahrscheinlich auch ein Schmerzempfinden… Das verdirbt einem die Freude am Essen und bald darf man nichts mehr mit gutem Gewissen essen… Was geschieht denn mit unserer Kulturlandschaft, wenn da keine Kühe mehr grasen?

EGOISMUS & IGNORANZ

Jeder soll selber entscheiden, was auf seinen Teller kommt, ich lasse mir doch nichts vorschreiben… Ich bin ein Mann, ich brauche Fleisch, alles andere ist Beilage! Menschen haben schon immer Fleisch gegessen und die Milch von den Kühen muss ja irgendwie verwertet werden… Veganismus ist eine Art Religion, die wollen einen bekehren… Es gibt wohl grössere Probleme in der Welt, löst doch erst mal die!

1 Nein, ich empfinde es nicht als Verzicht, es ist eine bewusste Entscheidung.

2 Ja, am Anfang braucht es für paar Sachen eine Umstellung in der Küche. Das finde ich sehr spannend, und wenn man wie ich offen ist für Neues, ist es eine kulinarische Erweiterung und keineswegs ein Verzicht.

Ja, auch die "Quarktorte" schmeckt prima ohne Milchprodukte :-)

Ja, auch die „Quarktorte“ schmeckt prima ohne Milchprodukte 🙂

Latte Macchiato mit BIO-Vanille-Sojamilch

Latte Macchiato mit BIO-Vanille-Sojamilch

3 Nein, auch Tiere aus BIO-Haltung werden nicht zu Tode gestreichelt. Die meisten enden auf dieselbe Art wie Tiere aus konventioneller Haltung. Das heisst konkret: Die Betäubung der Schweine z.B. ist nicht zu 100% sicher, weder mit der Elektrozange noch beim Vergasen, es gibt eine Rate von 3-10% der Tiere, die das eigene Zerteilen erleben. Auch dem Fleisch beim Metzger, den ich kenne, sehe ich nicht an, wie das Tier gestorben ist. Manchmal kann man’s aber schmecken: Falls du noch Fleisch ist, ist dir vielleicht der Geschmack von Stressurin beim Schweinefleisch auch schon aufgefallen.

Auch in der Schweiz erlaubt: Kein Einstreu, kein Auslauf Bild: tier-im-fokus.ch (TIF)

Auch in der Schweiz erlaubt: Kein Einstreu, kein Auslauf
Bild: tier-im-fokus.ch (TIF)

4 Ja, ich trage meine alten Lederschuhe noch und auch die Handtaschen sind noch im Einsatz. Die Sachen wegzuwerfen, ergibt schon rein ökologisch keinen Sinn.

5 Nein, ich kaufe nichts Neues mehr aus Leder. Ohne lückenlose Deklaration könnte es zudem auch sein, dass es von einem Hund stammt, der in Asien (lebend) gehäutet wurde. Ausserdem gibt es gerade für Taschen sehr schöne Alternativen, z.B. die kanadische Marke „Matt&Nat“ hat seit 1995 eine tolle Kollektion, die echten Tierhäuten in nichts nachsteht. http://mattandnat.com

6 Nein, ich habe kein schlechtes Gewissen, wenn ich Sojaprodukte konsumiere. 90% der weltweiten Sojaernte wird als Futtermittel von Tieren für die Fleisch- und Milchproduktion vernichtet. Mein kleiner Anteil, den ich als direkte Energie ohne mehrfachen Umweg via Abholzung des Regenwaldes direkt konsumiere, stammt weitgehend aus biologischem Anbau innerhalb Europas.

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7 Ja, ich kann mir vorstellen, dass Pflanzen auch ein Schmerzempfinden haben. Das Schwein höre ich schreien, die Gurke nicht. Wenn du aber findest, dass Pflanzen auch eine Seele haben, wäre es hilfreich, wenn du weniger Fleisch isst, da ja alle Tiere vorher auch mit Pflanzen gefüttert wurden.

8 Nein, ich finde nicht, dass Kühe unbedingt zum Bild unserer Kulturlandschaft gehören müssen, wir haben uns ganz einfach daran gewöhnt. Wenn wir den traditionellen Kontext mal ausser Acht lassen, kann ich mir durchaus vorstellen, dass sich die Landschaft verändern wird, wenn dereinst keine Zuchttiere mehr die Wiesen bearbeiten.

9 Ja, ich habe Spass am Leben. Ich lache gerne und viel, ich esse gerne gut, trinke sogar Alkohol und nehme neugierig und interessiert die Möglichkeiten wahr, die die moderne Welt bietet. Ja, ich geniesse mein Leben. Wo immer möglich, aber ganz bewusst, ohne für Tierleid verantwortlich zu sein.

10 Nein, eine Kuh gibt nicht „einfach so“ Milch. Sie gibt wie eine menschliche Mutter nur dann Milch, wenn sie ein Baby hat, das Hunger hat und schreit, also in ihrem Fall ein Kalb. Dieses wird ihr aber in den allermeisten Fällen nach kurzer Zeit (oft in den ersten Stunden oder Tagen nach der Geburt) weggenommen und entweder innerhalb weniger Wochen zu Kalbfleisch gemästet oder später auch als Milchkuh eingesetzt.

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11 Ja, Kalbfleisch ist im Prinzip ein Abfallprodukt der Milchwirtschaft. Das kann man durchaus so sehen. Menschen wollen Milchprodukte, deshalb müssen Muttertiere möglichst oft und lange Milch geben. Was die Voraussetzungen dafür sind, wissen wir nun ja.

Foto aus dem Engadin in der Schweiz, aufgenommen von Eva Herzog im Januar 2015:

https://m.facebook.com/photos/viewer/?photoset_token=pcb.10205983377653238&photo=10205983352092599&profileid=100000746858738&source=49&refid=17&ref=bookmark&_ft_

12 Ja, es gibt grössere Probleme als die Frage, was auf meinem Teller landen soll und was nicht. Die Zusammenhänge zwischen den Ernährungsgewohnheiten der industrialisierten Welt und diesen grösseren Problemen – die da sind: Überbevölkerung, Welthunger, Umweltbelastung, Klimawandel, Artensterben – sind jedoch nicht mehr vom Tisch zu fegen. Es hat sehr wohl jeder und jede eine Verantwortung für sein Handeln und die damit verbundenen bewussten Entscheidungen für oder gegen etwas.

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13 Nein, ich werde jetzt hier nicht alle 99 Antworten auflisten. Aber ich könnte. Ehrlich! Wer will, kann mich gerne etwas fragen. Ich werde jede Frage beantworten, selbst ausgefallene wie: „Würdest du das einzige Schwein auf einer einsamen Insel schlachten, wenn du am Verhungern wärst?“

Dafür noch ein spannender Link mit dem Titel „59 Dinge, die passiert sind, seit ich vegan lebe“. Mit Ausnahme der sportlichen Aspekte treffen alle auch auf mich zu. Ehrlich!

http://www.bevegt.de/59-dinge-vegan-leben/

Manchmal wünschte ich, ich hatte mich schon früher für den veganen Weg entschieden… Aber vor 35 Jahren war ich als Vegetarierin schon fast eine Ausserirdische, und mir selbst ist der Schritt vom vegtearischen zum veganen Leben erst vor einem Jahr so richtig bewusst geworden. Das kann ich noch immer fast nicht glauben. Und eigentlich war nur ein Gespräch nötig, das mir die Augen geöffnet hat.

Nein, nicht mit einem Sektenführer. Mit einem jugendlichen Weltenbummler mit Maturaabschluss, der es vorzieht, mit einer Ausbildung zum Zimmermann geographisch unabhängig einer sinnvollen Arbeit nachzugehen , der sich auflehnt gegen die Gleichgültigkeit unter dem Deckmantel der Gewohnheit, der die globalen Zusammenhänge erkannt und mir mit fundierten und sachlichen Argumenten aufgezeigt hat, dass es nur einen verantwortungs- und wirkungsvollen Weg gibt, die Welt zu retten anstatt sie kaputt zu essen: Selbst ein Teil des Weges zu sein!

YOU make a difference!

YOU make a difference!

Sogar Labormäuse haben mehr Schwein!

Ich bin grundsätzlich gegen Tierversuche. Ich empfinde es als verwerflich und arrogant, dass Menschen wehrlose und empfindungsfähige Lebewesen, egal welcher Tierart, zu ihrem eigenen Nutzen ausbeuten, nur weil sie es können. Und doch stelle ich mir die Frage:

Warum müssen Forscher für jede einzelne Labormaus nachweisen, dass ihr Tod „nützlich“ ist und der Bund subventioniert mit 6 Mio. Franken Steuergeldern den unnötigen Tod von Millionen Tieren?? Ich habe nur eine Erklärung: KOGNITIVE DISSONANZ!

Weiter unten kannst du die Petition unterschreiben!

Die Fleischproduktion erzeugt massive Treibhausgase und fördert durch Futtermittelimporte die Armut in den Ländern des Südens. Seit Jahren stagniert der Pro-Kopf-Konsum auf hohem Niveau, weshalb alleine in der Schweiz jährlich 62 Millionen Schweine, Rinder und Hühner getötet werden.

Trotzdem fördert der Bund den Fleischkonsum. Proviande, die Branchenorganisation der Schweizer Fleischwirtschaft, erhält für Werbe- und Marketingaktionen jährlich 6 Millionen an Steuergeldern.

Der Bund handelt widersprüchlich. Im November 2014 forderte die Eidgenössische Ernährungskommission eine Fleischreduktion. Wer viel Fleisch esse, habe ein 30 Prozent höheres Sterberisiko.

Die Tierrechtsorganisation tier-im-fokus.ch (TIF), die mitwirkenden Organisationen und die PetitionärInnen fordern Bundesrat und Parlament auf, die Fleischabsatzförderung aus ethischen, ökologischen und gesundheitlichen Gründen zu streichen.

– See more at: http://www.tier-im-fokus.ch/petition_gegen_steuergelder_proviande/#sthash.veiRdtYd.dpuf

Hast du eine Haltung oder bist du haltlos?

„Du musst wieder mal über etwas anderes schreiben.“

Mein liebster Leser und Kritiker meinte zu meinem letzten Beitrag, es gehe „wie immer“ um die Frage, warum die Tiere nicht auch ein Lebensrecht haben. Dabei ging es mir doch in dem Beitrag eigentlich um die Weihnachtsbotschaft, also um die Liebe und die Vergebung. Tatsache ist halt, dass eh täglich, aber eben auch an Weihnachten, Millionen Tiere ihr Leben lassen müssen, damit Menschen das Fest des Friedens und der Liebe feiern können, so wie sie es „gut“ finden.

Es gebe doch so viele andere spannende und sinnvolle Themen, über die ich AUCH mal schreiben könnte. Stimmt. Heute schreibe ich, passend zum Neujahr, über Haltung. Nein, nicht über Tierhaltung in der Massenproduktion.

Ich schreibe über Haltung statt Vorsätze. Weil ich mir sicher bin, dass eine bewusste innere Haltung unweigerlich zu mehr konkreten Taten führt als ein Vorsatz.

In meiner Berufsverband-Zeitschrift „schulpraxis 3/2014“ erläutert Urs Gfeller (Dozent am Institut für Weiterbildung der PH Bern) sein Verständnis von innerer Haltung: „Mit unserer Haltung drücken wir aus, was uns im Leben Halt gibt.“

Ich schliesse daraus, dass haltlos ist, wer keine Haltung hat. Mir kommt auch dieser Satz (Autor/in ist mir leider nicht bekannt) in den Sinn:

„Wenn du keine eigene Meinung hast, kannst du dir an jedem Kiosk eine kaufen.“

Sehr schön formuliert hat es auch Marie von Ebner-Eschenbach:

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Ich stelle mir zum Jahresanfang eine Frage, die ich als sinnvoll und spannend erachte:

Was ist meine Haltung zur aktuellen Lage der Welt und den wirklich globalen Problemen?

Die Frage ist also nicht, welches Modelabel ist grad in oder welche Musik ist angesagt. Es heisst auch nicht, wo gibt es die billigsten und zartesten Rinderfilets oder die günstigsten Schuhe.

Die Fragen könnten lauten: Wie viele Paar Schuhe brauche ich? Welche Marken will ich berücksichtigen bei meinem Kauf, welche meiden? Ich mag zum Beispiel die Textilien von COOP Naturaline. Warum? Sie sind aus biologischem Anbau, fairem Handel und neuerdings sogar rückverfolgbar.

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Welche Musiker übermitteln Botschaften, die mir sympathisch sind?

Zum Beispiel „Berge“: https://m.youtube.com/watch?v=IS_mantk3tA

Muss ich Fleisch essen oder habe ich die freie Wahl, es bewusst zu lassen, weil ich mir die Kalorien und Nährwerte lieber direkt zuführe als über abgeholztes Regenwald-Tierfutter-Soja aus Brasilien, das dann als „Schweizer Fleisch“ verkauft wird? Oder weil ich ganz einfach nicht will, dass für meine Gaumefreude empfindungsfähige Lebewesen getötet werden?

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Sorry, jetzt bin ich wieder beim Tierschutz angelangt. Oder beim Thema Lebensrecht für alle Tiere.

Urs Gfeller sagt: “ Ich glaube, dass unser Leben darauf angelegt ist, dass wir unser Potenzial entfalten können. (…) Aufgrund sinnvoller Erfahrungen kann sich eine Haltung ändern. (…) Sie ändert sich jedoch nur, wenn das Ganze Sinn macht. Wer den Sinn nicht einsieht, kämpft bewusst oder unbewusst gegen das Anstehende. (…) Wenn ich die Haltung habe, dass diese oder jene Reform schlecht ist, dann hat sie wenig Chancen. Besser ist es, mit einer gewissen Offenheit der Neuerung entgegen zu schauen: Was lerne ich hier Neues? Wie entwickle ich mich dabei weiter? (…) “

Für mich war im Jahr 2014 eine sinnvolle Erfahrung, dass es problemlos möglich ist, sich vegan zu ernähren, ohne Einbusse an Genuss oder Vielfältigkeit. Im Gegenteil: Ich finde Kochen jetzt noch spannender und probiere leidenschaftlich gerne neue Rezepte aus. Knüller waren unter vielen anderen Leckereien das vegane Rührei, die Mango-Schoko-Torte oder das Tiramisu. Bei allem haben mein Liebster und sämtliche (nicht veganen) Gäste kaum glauben können, dass darin keine tierlichen Produkte enthalten sind.

Ungefähr gleichzeitig mit dem Start dieses Blogs im April 2014 habe ich begonnen, mich mehr und mehr vegan zu ernähren. Dabei wird es auch 2015 bleiben. Dies ist kein Vorsatz. Es ist meine innere Haltung, dass ich möglichst wenig Leid verursachen möchte und dass ich Schaden vermeide, wo ich kann. Ich möchte nicht andere beauftragen, für mich Tiere auszubeuten und zu töten. Dazu muss ich aber keinen Vorsatz fassen.

Diese innere Haltung macht für mich Sinn. Aus ökologischen, gesundheitlichen und ethischen Aspekten. Die entsprechenden Handlungen und das adäquate Verhalten sind automatisiert.

Anderen ist es wichtig, endlich mit dem Rauchen aufzuhören, wieder ins Fitnesscenter zu gehen, die lang ersehnte Indien-Reise zu machen oder die Eltern öfter zu besuchen. Ich hab leider keine mehr, sonst würde ich mir dies vielleicht als Vorsatz fassen.

Individuelle Wünsche und Vorsätze sind zweifellos auch wichtig und haben ihre Berechtigung. Aber nicht ausschliesslich und um jeden Preis.

Ich glaube, dass als Reaktion auf das Mega-Phänomen Individualismus bis zum Exzess eine Mega-Tendenz zum Gemeinsamen wieder an Wichtigkeit gewinnen wird.

Dazu zum Schluss nochmals Urs Gfeller: „Die meisten von uns sind geprägt von einem darwinistischen Weltbild, das auf Konkurrenz basiert. Gefragt ist jedoch meines Erachtens ein holistisches, ganzheitliches Weltbild, das sagt, dass alles miteinander verbunden ist. Nicht allein, sondern gemeinsam gestalten wir unser Leben, die Zukunft dieser Welt. Im Gemeinsamen liegt für mich ein grundlegender Sinn.“

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Was ist deine innere Haltung? Was ist das Handeln, das dieser Haltung Ausdruck verleiht?

HALLELUJA – Weihnachten für alle?

Die Weihnachtsbotschaft heißt LIEBE, LIEBE und nochmals LIEBE…

Der Weihnachtsengel bringt Liebe

Der Weihnachtsengel bringt Liebe

Entspannen und geniessen gehört dazu!

Genuss muss sein: Cornelias Weihnachtslikör #vegan

Cornelias Weihnachtslikör #vegan

Ein Licht soll brennen für alle: Das Licht der Liebe?

Ein Lichtlein brennt für alle...

Ein Lichtlein brennt für alle…

Den Menschen wünschen wir den Frieden… und den anderen Tieren?

Muss das wirklich sein?

Muss das wirklich sein?

Die Weihnachtsbotschaft heißt LIEBE, LIEBE und nochmals LIEBE… für alle, oder?

Zwei Weihnachten... kognitive Dissonanz!

Zwei Weihnachten… kognitive Dissonanz!

Welche Weihnacht ist die wirkliche?

Ich wünsche allen fröhliche und friedliche Weihnachtstage!

Ich wünsche allen fröhliche und friedliche Weihnachtstage!

Was ist die Weihnachtsbotschaft für dich???