5/27 Nicht normal

Mein 5. Grund für ein veganes Leben:

Unsere industrielle Vernutzung der Tiere ist ein einziges widerliches Elend.

Wenn das normal ist, bin ich gerne extrem:

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Bild: Karin Hofer / NZZ

Das Oberverwaltungsgericht Münster hat die Massentötung von Eintagsküken für vereinbar mit dem deutschen Tierschutzgesetz erklärt. Die Ethik habe keinen Vorrang vor der Rentabilität der Brütereien.

Den ganzen Text gibt’s hier:

http://www.nzz.ch/feuilleton/zeitgeschehen/eintagskueken-toeten-schluepfen-fuer-den-schredder-ld.84505

4/27 Schlachthof im Keller

Haben Fleischesser eine unbewusst selektive Wahrnehmung – auch „kognitive Dissonanz“ genannt:   https://de.m.wikipedia.org/wiki/Kognitive_Dissonanz – oder belügen sie sich bewusst selber? Anders kann ich die Kontroversen zum Essen von toten Tieren nicht plausibel erklären:

Warum heisst es „Fleisch“ und nicht „tote Tiere“?

Warum ekeln sich die meisten Menschen davor, ein totes Tier anzufassen, haben aber kein Problem, dieses zu essen?

Warum bestätigen die meisten Menschen, selber kein Tier töten zu können, aber dass andere es an ihrer Stelle töten, ist OK? (Was diese „Arbeit“ mit einem macht, lasse ich hier mal weg.)

Warum finden die meisten Fleischesser es abartig, (s)einen Hund zu schlachten und zu essen, aber völlig normal, dies mit dem mindestens ebenso intelligenten Schwein zu tun?

Hund oder Schwein? Weisst du Bescheid? http://pt.slideshare.net/mobile/peta2/hund-oder-schwein

Warum bezeichnen sich also die meisten Menschen als Tierfreunde und essen selektiv einige Arten?

RICHTIG-FALSCH

Konsequenterweise müssten sie sich eher Hundefreunde, Katzenfreunde und Pferdefreuende nennen. Gibt es denn auch Schweinefreunde, Ziegenfreunde oder Kuhfreunde?

Dieses Dilemma wird seit bald hundert Jahren unter anderem mit dem Begriff des Speziesismus erörtert. Dabei wird Speziesismus als Unterdrückungsform mit Parallelen zum Rassismus oder Sexismus unter Menschen gesehen.

Theodor W. Adorno spricht von der Gesellschaft als eine große „Aktiengesellschaft zur Ausbeutung der Natur“, Max Horkheimer von einem „Haus, dessen Keller ein Schlachthof“ ist. 

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Theodor_W._Adorno

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Max_Horkheimer

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Speziesismus

Mein persönlicher 4/27 Gründen, vegan zu leben: Nein, ich will keinen Tier-Friedhof in meinem Magen und auch keinen Schlachthof im Keller meines Hauses!

 

3/27 Duft: lieber blumig als tot

Die „Dandy-Diary“-Blogger Haupt und Roth sagen es so: Veganer stinken nicht. Nie. Könnte daran liegen, dass in ihren Körpern keine Tierkadaver verdaut werden müssen.

Das hat was, finde ich.

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2/27 -GEGEN HEUCHELEI

Mein 2.Grund fürs vegane Leben hat sich gestern spontan ergeben: Im Warteraum eines medizinischen Zentrums blätterte ich in der Tageszeitung. Wenig später stellte die resolute Ernährungsberaterin klar, dass es ohne Milchprodukte wirklich sehr schwierig sei, auf genügend Protein zu kommen, denn im Gemüse seien die ja nicht drin. Und Fleisch würde ich ja auch nicht essen. Nein, sagte ich, dunkle Schokolade hat genau so viel Eisen wie das meiste Fleisch, ausgenommen Leber. Sie meinte, da müsse ich aber dann gaaanz viel Schokolade essen. Ich meinte, sie aber auch gaaanz viel Fleisch… Ich habe mich gefragt, ob sie den Unterschied zwischen Frutariern und Veganern kennt…

Also da habe ich die traurige Nachricht in der Zeitung gelesen: Ein Kälbchen hat seine Mutter verloren, weil unachtsame Menschen Müll auf die Kuhweide geschmissen haben. Das ist wirklich sehr traurig und wäre vermeidbar.

WAS IST HIER FLASCH?

A: Eine Kuh stirbt, ein Kälbchen verliert seine Mutter = ENTSETZLICH! Ein Aufschrei geht durch die Medienlandschaft. Die ganze Facebook-Nation ist in Trauer und bei BLICK hagelt es Kommentare.

http://www.express.de/news/panorama/facebook-trauriges-foto–kaelbchen-trauert-um-seine-mama—schuld-sind-muell-suender-23933072?dmcid=f_msn_web

http://www.blick.ch/news/schweiz/zuerich/schweizer-trauern-mit-kaelbchen-lara-um-mutter-agnes-kuh-verendet-klaeglich-wegen-abfallsuender-id4944650.html#community_article_comments_default_4944650

B: Jedes Jahr verlieren 500’000 Kühe allein in der Schweiz ihr Kälbchen gleich nach der Geburt = SO WHAT?? Niemanden interessiert’s – ausser die aus tierethischen Gründen ohne Milchprodukte lebenden Veganer/innen. Und die sind ja so extrem, die kann man nicht ernst nehmen…

Ja, ich weiss: es ist gesünder, FÜR anstatt GEGEN etwas zu sein. Aber gegen dieses geheuchelte Entsetzen und den Zynismus darf ich schon sein, finde ich. Die Wut darüber setzt auch durchaus wertvolle Energie frei, die bei vorhandener Fähigkeit zur Reflektion sogar konstruktiv genutzt werden kann. Zum Beispiel für diesen Text.

 

 

Bist du bereit hinzuschauen?

Es ist jedes Mal dasselbe. Ich fahre vorbei und frage mich: Soll ich schauen oder nicht? Nur selten fahre ich dran vorbei und merke danach, dass ich nicht dran gedacht habe.

Es ist nicht viel zu sehen. Da ist ein Hof. Es hat einen Kuhstall. Man sieht den riesigen Misthaufen und das Förderband, das den Mist transportiert. Durch die Stallöffung kann ich Kuhkörper sehen. Die Kühe sieht man nicht wirklich gut. Sie sind immer im Stall. Seit Wochen. Seit Monaten. Wie lange eigentlich schon? Ich frage mich, ob ich sie schon mal draussen auf der Wiese gesehen habe. Da stehen ab und zu Rinder und Kälber, aber Kühe? Ich kann mich wirklich nicht erinnern. Das Schweizer Tierschutzgesetz erlaubt das Anbinden von Kühen im Stall an 270 Tagen im Jahr. An 90 Tagen müssen die Kühe raus gelassen werden. Wenn es ein Freilaufstall ist, müssen sie gar nie raus auf die Weide, ins Gras.

Wegschauen ist so einfach. Hinschauen ist so schwer. Aber hinschauen und so tun als ob man nichts gesehen hat, ist unmöglich.

Heute hab ich geschaut. Im Vorbeifahren, eine halbe Sekunde. Das war ausreichend. Ich sah ein ganz kleines Kälbchen. Es war nicht im Stall bei der Mutter, um die Milch zu trinken, die diese nun während etwa 9 Monaten für ihr Kind gibt. Es war bereits von seiner Mutter getrennt, in Einzelhaltung im Iglu. Das Kälbchen war braun. Es war so klein. Ich vermute ein paar Tage alt.  Ich wusste, es ist ein Stierkalb. Man hatte es der Mutter weggenommen so wie immer, wenn man mit Tieren Geld verdienen will. Das Kälbchen wird niemals Milch geben. Für Fleisch ist es die falsche Rasse. Also wird es bald sterben müssen, sonst kostet es ja nur Geld.

Ich habe doch tatsächlich bis heute ein bisschen naiv geglaubt, dass das in meiner nächsten Umgebung, in dieser idyllischen Natur, nicht passiert. Oder dass die betreffenden Landwirte es besser machen.

Heute ist wieder mal eine kleine Welt in mir zusammen gebrochen. Ich frage mich, ob ich wirklich die Einzige bin in diesem Dorf, die sieht, was da passiert. Oder ob ich nur die Einzige bin, der es nicht egal ist. Aber wenn auch nicht – was sollte ich denn tun? Es ist in unserem ach so strengen Tierschutzgesetz erlaubt, der Mutter das Kalb nach der Geburt wegzunehmen und nach 21 Tagen zu schlachten. Ein toller Fortschritt: bis vor kurzem durften Kälber schon mit 7 Tagen getötet werden. Wem nützt das wohl?

Etwas später in meinem Garten am Arbeiten: Ich höre eine Kuh brüllen. Immer wieder. Der Hof liegt 400 Meter Luftlinie von mir entfernt. Ich stelle mir vor, wie das Kalb eingeladen wird. Die Mutter riecht es, hört es, sieht es vielleicht sogar.

Auf dem Hof sehe ich manchmal Kinder spielen. Ich frage mich, wie man Kindern erklärt, dass es normal ist, einer Mutter ihr Baby wegzunehmen.

Morgen werde ich mich wieder fragen: Soll ich schauen oder nicht? Wird das Kälbchen noch da sein? Aber eigentlich weiss ich es schon.

Das Unrecht des Mächtigen.

Das Unrecht des Profits.

Und das Unrecht einer pervertierten Genusssucht.

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Bist du ein Kalb? Ist deine Mutter eine Kuh?

 

 

 

Wir wollen die Lämmer selber fressen!

Warum wird der Wolf abgeknallt? Weil er dem Durchschnitts-Schweizer 1g/Jahr von seinem 1.4kg/Jahr-Verzehr von Lammfleisch wegnimmt???

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Wieder Wolf gewildert im Wallis

http://www.nzz.ch/panorama/ungluecksfaelle-und-verbrechen/tot-gefundener-wolf-illegal-abgeschossen-1.18711738

Das Opfer

Gemäss COOP sind Lämmer und Kälber die Lieblinge der Kunden.

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Aus einer Tradition in der Antike, bei der reine und unschuldige Lebewesen geopfert wurden, um die Götter milde zu stimmen, entwickelte sich ein sinnloses Pseudo-Brauchtum in der heutigen Zeit, bei dem von empathielos genusssüchtigen Menschen gedankenlos Unmengen von Fleisch verzehrt werden, das nun zudem zu Ostern den ökologisch fragwürdigen weiten Weg von down under zu uns macht, damit die Nachfrage der COOP-Kunden gedeckt werden kann.

Bei COOP gibt es die heiss begehrten Oster-Knaller: Lammnierstück aus Neuseeland oder Australien, 100g für 3.30 statt 5.50.

 

 

Nackt…

…statt im Pelz!

Fühl dich wohl in deiner eigenen Haut und lass den Tieren ihre, sagen sich offenbar auch diese 4 Schönheiten.

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Recht haben sie: wenn du Pelz trägst, weißt du nie genau, in wessen Haut du steckst… dafür bist du immer hautnah am Tod.

Im Grunde ist alles ganz einfach

Die wirklich guten Dinge sind ganz einfach umzusetzen: Dieses wunderbare Getränk weckt die Sinne!

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Wenn Ihr euch dazu gemütlich einkuschelt und dem Sturm draußen zuhört, werden vielleicht auch bei euch Erinnerungen aus ferner Zeit wach: mein allerliebstes Grosi, meine Kindheit, die Geborgenheit bei den Großeltern… kindliche Unschuld, raschelndes Laub unter den Füßen (unbezahlbar!), Spielfreude, Neugier auf die Welt, die von meinem Großvater geförderte natürliche Empathie für Tiere: auch die Steinkatze am Weg wollte immer gestreichelt werden!

Hier kommt das Rezept:

KURKUMA LATTE (für 2P.)

4dl Pflanzenmilch (2dl Soja, 2dl Mandel oder Haselnuss) in einer Pfanne erwärmen
Gewürz dazu geben und 10 Min. ziehen lassen:
1cm frisch geriebener Ingwer (oder 1 Prise gemahlener)
1 TL Kurkuma
1/2 TL Zimt
1 TL Agavendicksaft (Honig geht auch für Nicht-Veganer 😉
Flüssigkeit gut mit dem Schwingbesen schaumig rühren
In 2 Tassen abfüllen
1 Prise frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer drüber streuen
einkuscheln und genießen!

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