9/99 VEGAN LOVE BITES: Zum Fressen gern!

Was für ein Widerspruch, was für eine verlogene Doppelmoral! Kürzlich im Bieler COOP Megastore Salzhaus gesehen:

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Das Schweinchen preist sein Fleisch selber an – das gibt es sonst nur im Sexgewerbe!

Erst bringen wir unseren Kindern bei, dass sie achtsam mit Tieren umgehen und sie lieb haben sollen. Tiere werden verniedlicht und in Büchern und Filmen als liebenswert dargestellt. Kinder finden Schweinchen, Pferdchen, Küken, Häschen & Co. von Natur aus süss.

Die Spielwaren- und die Filmindustrie macht ein Milliardengeschäft.

Was Eltern ihren Kindern später  – oder im bestschlimmsten Fall schon im Babyalter in pürierter, will heissen mit absoluter Sicherheit unkenntlich gemachten Form – auf den Teller setzen, sind genau dieselben Geschöpfe, die vorher Zuneigung, Streicheleinheiten und Fürsorge erfahren sollten. Nur sollen sie jetzt so sehr geliebt werden, dass sie sogar gegessen werden: eben zum Fressen gern!

Die Fleischindustrie macht ein Milliardengeschäft.

Kinder haben ein Recht, zu wissen, woher ihr Essen kommt. In der Schule haben wir gelernt: Die Kuh gibt Milch, das Schwein gibt Fleisch. Freiwillig und einfach so, oder wie…?? Schilderungen aus dem Schlachtbetrieb sind halt nur bedingt als Gute-Nacht-Geschichte geeignet. Warum aber trauen sich die meisten Eltern nicht, ihren Kindern einfach zu erklären: „Schau mal hier, dieser Brei in der Plastikpackung, das war mal ein kleines Kälbchen. Es war noch im Babyalter, als es getötet würde. Es wurde seiner Mutter weggenommen, damit Menschen seine Milch trinken oder Käse essen können. Möchtest du das essen?“

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Es ist schöner und einfacher, den eigenen Kindern von der Idylle des Bauernhofs und freien, glücklichen Tieren zu erzählen und sie weiter zu belügen. Irgendwann ist man selbst so weit von der Wahrheit entfernt, dass die Scham zu gross wird, um den Tatsachen ins Auge zu blicken. Es wird unerträglich. Also wird es verdrängt. Das kann man auch kognitive Dissonanz nennen. Ein weltweit grassierendes Phänomen, auch unter Politikern.

Wahr ist: Tiere sterben jährlich milliardenfach für Fleisch. Allein in der Schweiz jährlich zu Millionen. Dazu gibt es keine alternativen Fakten. Zu Fleisch gibt’s allerdings etliche valable Alternativen.

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Ich koche und esse seit 3 Jahren vegan.

Mit VEGAN LOVE BITES gibt es keine Doppelmoral.

Ich liebe Tiere. Also esse ich sie nicht. Punkt.

 

4/27 Schlachthof im Keller

Haben Fleischesser eine unbewusst selektive Wahrnehmung – auch „kognitive Dissonanz“ genannt:   https://de.m.wikipedia.org/wiki/Kognitive_Dissonanz – oder belügen sie sich bewusst selber? Anders kann ich die Kontroversen zum Essen von toten Tieren nicht plausibel erklären:

Warum heisst es „Fleisch“ und nicht „tote Tiere“?

Warum ekeln sich die meisten Menschen davor, ein totes Tier anzufassen, haben aber kein Problem, dieses zu essen?

Warum bestätigen die meisten Menschen, selber kein Tier töten zu können, aber dass andere es an ihrer Stelle töten, ist OK? (Was diese „Arbeit“ mit einem macht, lasse ich hier mal weg.)

Warum finden die meisten Fleischesser es abartig, (s)einen Hund zu schlachten und zu essen, aber völlig normal, dies mit dem mindestens ebenso intelligenten Schwein zu tun?

Hund oder Schwein? Weisst du Bescheid? http://pt.slideshare.net/mobile/peta2/hund-oder-schwein

Warum bezeichnen sich also die meisten Menschen als Tierfreunde und essen selektiv einige Arten?

RICHTIG-FALSCH

Konsequenterweise müssten sie sich eher Hundefreunde, Katzenfreunde und Pferdefreuende nennen. Gibt es denn auch Schweinefreunde, Ziegenfreunde oder Kuhfreunde?

Dieses Dilemma wird seit bald hundert Jahren unter anderem mit dem Begriff des Speziesismus erörtert. Dabei wird Speziesismus als Unterdrückungsform mit Parallelen zum Rassismus oder Sexismus unter Menschen gesehen.

Theodor W. Adorno spricht von der Gesellschaft als eine große „Aktiengesellschaft zur Ausbeutung der Natur“, Max Horkheimer von einem „Haus, dessen Keller ein Schlachthof“ ist. 

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Theodor_W._Adorno

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Max_Horkheimer

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Speziesismus

Mein persönlicher 4/27 Gründen, vegan zu leben: Nein, ich will keinen Tier-Friedhof in meinem Magen und auch keinen Schlachthof im Keller meines Hauses!

 

BÜSIRÜCKEN – WELCH ENTZÜCKEN oder KATZE METZGEN – WELCH ENTSETZEN

EINE LÜGE IST BEREITS DREIMAL UM DIE ERDE GELAUFEN, BEVOR SICH DIE WAHRHEIT DIE SCHUHE ANZIEHT. Mark Twain

Zwei kürzlich enttarnte Lügen möchte ich hier vergleichen. Was mich interessiert ist, wer wie darauf reagiert, wenn die Wahrheit ans Licht kommt. Wer fühlt sich hinters Licht geführt?

1. Lüge: Ich esse nur ganz wenig Fleisch. Und wenn, dann aus der Schweiz und BIO.

Diesen Satz höre ich immer wieder. Das Billigfleisch aus Tierqualhaltung essen die anderen.

Aus dem folgenden Bericht geht hervor, dass laut Selbstdeklaration der Befragten 30% aller Nahrungsmittel in der Schweiz aus BIO-Produktion stammen müssten. In Wirklichkeit sind es nur 7%, also lediglich ein Viertel des genannten Anteils. Beim besonders umweltrelevanten Fleisch ist der Anteil gar am kleinsten. Die Konsumenten lügen sich also selber an. Das beruhigt das eigene schlechte Gewissen. Alles OK.  Oder nicht?

http://www.langenthalertagblatt.ch/schweiz/standard/die-konsumenten-geben-sich-gruener-als-sie-eigentlich-sind/story/27422978

Wer wird sich ob dieser Lüge entsetzen und betrogen fühlen? Die täglichen Fleischesser (ohne Fleisch kann ich nicht leben) oder Billigeinkäufer (ohne billiges Fleisch kann ich nicht jeden Tag Fleisch essen)??? Die als Lügner ertappten Konsumenten, die angeblich auf Qualität und Tierwohl achten??? Wohl eher nicht. Sie bleiben weiter angenehm anonym in der Masse der Befragten.

ES IST GEFÄHRLICH, ANDEREN ETWAS VORZUMACHEN, DENN ES ENDET DAMIT, DASS MAN SICH SELBST ETWAS VORMACHT. Eleonora Dusa

Persönlich bin ich zwar enttäuscht über das Ergebnis, aber nicht wirklich überrascht. Die grosse Mehrheit kann eigenes Fehlverhalten nicht anerkennen und entsprechend ändern, das ist ein üblicher Verdrängungsmechanismus. Es nennt sich auch kognitive Dissonanz. Das Erkennen eines Fehlers würde ja bedeuten, dass man etwas ändern sollte. Und das wollen die wenigsten. Das macht mich wütend und auch traurig. Traurig, dass so viele sich und andere auf Kosten von Tierelend und Umweltbelastung weiter belügen. Es stimmt: Lüge ist hier ein trauriger Ersatz für Wahrheit.

2. Lüge: Es gibt kein Restaurant mit Namen „La Tablesuisse“, das „Büsirücken“ oder „Hunderagout“ serviert.

Büsirücken

latablesuisse.ch

Nach Erscheinen der Meldung entstanden innert kürzester Zeit Online-Petitionen, die diesem „barbarischen Brauch, dieser kranke Tradition“ ein Ende bereiten wollen. Es gab Morddrohungen und aus Anstand hier nicht übersetzbare Kommentare. Zwei Tage später wird bekannt, dass alles erfunden ist und es sich um eine sogenannte Viral-Kampagne handelt. Wofür, ist zum aktuellen Zeitpunkt noch unklar. Vorstellbar wäre eine Kampagne gegen das Verspeisen von Tieren im Allgemeinen.

http://www.20min.ch/schweiz/news/story/Deutsche-Werber-machen-uns-zu-Katzenfressern-17898312

Wer fühlt sich jetzt wohl verarscht? Die Vegetarier, die konsequent gar keine Tiere essen? Die Veganerinnen, die extrem konsequent auch Milchprodukte und Eier nicht auf ihrem Teller haben wollen, da auch diese mit Tierleid verbunden sind, wie unterdessen jede/r weiss? Wohl kaum. Lüge ist hier ein Mittel für „intelligent seeding“ oder einfacher gesagt: der Bericht soll zum Nachdenken anregen, in diesem Fall mittels Provokation. Das ist ihm offenbar gelungen.

Die selektiven Fleischesser könnten sich jedoch möglicherweise übertölpelt fühlen, da sie sich aus der Reserve haben locken lassen und sich vehement und teilweise mit aggressiven und hetzerischen Kommentaren und geheucheltem (selektivem) Entsetzen gegen das Züchten, Einsperren, Mästen, Töten und Essen der lieben Katzen und Hunde ausgesprochen haben. Möglicherweise, um kurz danach im Restaurant ein Schnitzel, Filet oder eine Bratwurst zu verzehren. Mit dem sicheren Wissen, dass es sich dabei ja nicht um Katze oder Hund handelt, sondern nur um ein Schwein, Kalb, Rind, Lamm oder Huhn, das gezüchtet, eingesperrt, gemästet und getötet wurde. Und das ist etwas ganz anderes als eine kranke Tradition. Oder nicht?image

RICHTIG-FALSCH