Fleisch essen – Teil 1: Ist es normal?

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WARUM SOLL ES NICHT NORMAL SEIN, FLEISCH ZU ESSEN?

Weil es eine freie Entscheidung ist. Menschen, die kein Fleisch essen, werden als „Vegetarier“ bezeichnet und müssen sich rechtfertigen. Derjenige, der Fleisch isst, hat jedoch keinen Namen und muss sich auch nicht rechtfertigen. Vielen Menschen ist nicht einmal bewusst, dass sie eine freie Entscheidung treffen, wenn sie Fleisch essen.

(Auszug aus einem Interview von Sebastian Meyer mit Melanie Joy, imageAutorin des Buchs „Warum wir Hunde lieben, Schweine essen und Kühe anziehen“, erschienen in der Süddeutschen Zeitung vom 21.02.2013)
Das ganze Interview gibt’s hier zu lesen: http://www.sueddeutsche.de/leben/psychologie-des-fleischkonsums-warum-wir-rinder-aber-keine-hunde-essen-1.1605821
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Darf ich bitte vegan sein?

Ich bin Veganerin, aber im Geheimen! Seit ich versuche vegan zu leben, passieren nämlich merkwürdige Dinge: Menschen, die ich kaum oder gar nicht kenne, machen sich Sorgen um mein Blutbild, meine Eisenwerte, meine Eiweißaufnahme und meinen Vitaminstatus.
Von einem 100 Kilo schweren Bluthochdruckpatienten wurde mir nach seinem 6. Glas Rotwein schwitzend prophezeit, dass ich das Jahr 2015 nicht mehr erleben werde, wenn ich SO, er sagte „veganesisch“, weitermache. Vegetarisch ginge ja so gerade noch, aber veganesisch, das sei Selbstmord! Prost!

Darf ich bitte vegan sein?

Dabei fühle ich mich so gut! Ich habe Energie für zwei, viel mehr Spaß an Sport, es geht mir super! Darf ich das nicht? „Der große Mettkampf“ bei „Britt“, „Warum Fleischesser Veganer anfeinden“ in der SZ, „Fleisch gehört dazu“ in der taz – warum macht sich die ganze Welt plötzlich solche Sorgen um uns Veggies?
Je mehr vegan zum Trend wird – sexy Attila Hildmann sei Dank, auch wenn er es offensichtlich vor allem fürs Geld und nicht für die Tiere macht – er hat einfach vielen ganz grundsätzlich gezeigt: ES GEHT AUCH OHNE FLEISCH! – Attila: vorher-nachher
(JA: das ist derselbe Mann als Fleischesser und als Veganer!!)
desto mehr rasten eingeschworene Fleischesser aus.
Warum? Ich habe nur zwei schlappe Erklärungen:
Ausbruch aus der kollektiven Schuld?
Okay, ich sabbere noch leicht, wenn ich im Supermarkt am Vanillequark oder griechischem Jogurt vorbeigehe. Aber nichts schmeckt so lecker wie das Gefühl, weniger Tierleid zu verursachen. Nehmen mir Nicht-Veganer das übel? Dass ich nicht mehr mitmache? Tragen sie jetzt mehr Schuld, weil ich weniger trage?
Schlechtes Gewissen?
Tierschützer sind nervig. Überall posten sie dieses Zeug: blutige Schlachthofbilder, traurige Kälbchen, unschöne Szenen aus der Massentierhaltung. Das geht nicht spurlos am User vorbei. Das Gewissen meldet sich. Man verteidigt sich. Mehr oder weniger aggressiv. Mehr oder weniger logisch.

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Dieser Text ist leider nicht von mir. Er ist in seiner ganzen Länge zu finden auf:

http://textpluswebdesign.de/blog/vegetarier-veganer-tot/

Holy Veggie – holy shit!

Ebenso verblüffend wie unverschämt…

Menschen, die selbst zu keinerlei Verzicht bereit sind, verlangen von mir im Gegenzug die totale Askese:

Ich darf keine Lederschuhe, Ledertaschen etc. mehr haben.
Stimmt, ich denke darüber nach, vermeide Leder wo immer möglich. Ich liebe meine Kunstledertasche (kriege sogar Komplimente dafür von nicht-Veganern) und vielleicht werde ich wirklich in Zukunft nur noch andere Materialien bevorzugen.

Daunenjacken und Daunen-Bettwäsche kaufe ich übrigens schon lange nicht mehr.

Aber wie konsequent sind die Fleischesser selbst? Oder darf man ALLES, nur weil man Fleisch isst?? Das Motto lautet „Ich lass mir nicht vorschreiben, was auf meinem Teller liegt. Ich toleriere die Vegetarier ja auch, also kann ich im Gegenzug von ihnen dasselbe verlangen.“

Was bitte gibt es bei einem Veganer oder Vegetarier zu tolerieren? Das ist ein Tier der Spezie Mensch, das sich dazu entschieden hat, Leiden bei anderen Tieren zu verhindern, indem auf bestimmte Produkte verzichtet wird. Nochmals: Was gibt es da zu tolerieren? Umgekehrt sollen Vegetarier/Veganer bitte so tolerant sein und akzeptieren, dass ein Fleischesser millionenfaches Leid der Tiere in Kauf nimmt um der Gaumenfreude willen???

Veganer dürfen auch keinen Zucker:
Als ich mir neulich eine Holunderlimo beim Essen bestellte, triumphierte mein omnivorer Sitznachbar auf: „Weißt du eigentlich, wie viel Zucker da drin ist? Das ist auch nicht vegan! Da steht zwar „Bio“ drauf, aber das ist voller Zucker!“ Äh, ja, stimmt. Manchmal trinke ich sogar Alkohol! Und gern auch mal ein Glas zu viel.
Man will mir mit allen Mitteln beweisen, dass ich keine Heilige bin. Dabei ist das überhaupt nicht nötig.

Es gibt noch genug zu tun – auch in meinem Leben. Das weiß ich. Ich bemühe mich.

Eine Zahl zum Schluss: weltweit werden pro Sekunde (!) schätzungsweise 1000 Tiere für Nahrung getötet (Fische nicht mitgezählt). Und es werden immer mehr, da auch Länder, in denen Fleisch bisher nur eine marginale Rolle auf dem Speiseplan spielte, plötzlich den intensiven Fleischkonsum entdecken. Neuerdings macht man zum Beispiel in China seinen Wohlstand mit dem Fleischkonsum „westlicher Tiere“ sichtbar.

Katzen und Hunde würden die meisten Westeuropäer wohl nie essen… nein, wie eklig… sie sind uns als unsere geliebten Haustiere zu nahe. Ein Schwein oder ein Kalb ist etwas ganz Anderes…

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Den ganzen Beitrag mit Originaltext zum Thema „Vegetarier-Veganer-tot“ gibt’s hier zu lesen:

http://textpluswebdesign.de/blog/vegetarier-veganer-tot/

Menschen, die auf tierische Produkte verzichten…

Menschen, die auf tierische Produkte verzichten...

…sind intolerant!

Hast du noch Fleisch auf dem Teller oder isst du schon Tiere?

Der Schweizer Nationalliga A-Eishockey-Profi Andreas Hänni erklärt, warum er keine Tiere isst. Ohne Sentimentalitäten, mit aktuellen Bildern aus der Schweiz und umliegenden Ländern, aus denen wir Fleisch importieren.
Der Film hat mich sehr berührt und ich möchte Andreas Hänni meinen Dank für seinen Einsatz und seinen Mut aussprechen, die Dinge beim Namen zu nennen!

Nach dem Sichten dieses Films ist es mir nun ein Anliegen, wieder einmal ausführlich meine Gedanken zum Thema Fleisch essen auszudrücken.
Schweine sind nachweislich intelligenter als Hunde. Ich habe selber 2 Hunde, mit denen ich lebe und weiss, wie sie ihre Freude, Angst, Schmerz und Aufregung zeigen. Wenn ich mir vorstelle, dass der Grossteil der Schweine ein armseliges Leben im dunklen Stall verbringen, gequält, vergessen und lieblos entsorgt werden, nur weil sie das falsche Geschlecht haben oder ein paar Gramm zu leicht sind für die Mast, werde ich unendlich traurig und wütend.

Was mich persönlich betrifft, habe ich bereits als 8-Jährige erfahren, woher das Fleisch auf dem Teller kommt: von meinem Kinderzimmer aus habe ich jeweils am Montag Morgen die Schweine schreien gehört, wenn sie vom Bauern angeliefert wurden – ich wohnte direkt neben dem Schlachthof. Wenn ich um halb acht zur Schule ging, hingen die Schweine schon halbiert an den Haken an der Schiene…
Warum heisst es eigentlich „Fleisch“ auf dem Teller und nicht „Tier“? Beim Fisch heisst es doch auch einfach Fisch, beim Gemüse Gemüse usw.
Warum nennen wir es nicht beim Namen?
Wenn ich ein Kind frage, was es essen möchte und ihm ein Kaninchen und einen Apfel auf dem Teller zur Auswahl gebe, wird es sich für den Apfel entscheiden. Warum? Weil es die natürliche Empathie noch nicht verloren hat, die uns Erwachsenen abhanden gekommen ist, die wir so sehr von der Natur entfremdet sind.
Ich bin nicht grundsätzlich gegen das Fleisch essen, auch wenn ich für mich selber definitiv schon vor über 30 Jahren damit abgeschlossen habe und nie wieder Fleisch essen werde.

Es ist aber einfach nicht wahr, dass der Grossteil der Tiere, die für den Schlachthof bestimmt sind, vorher ein gutes Leben hatten. Immer wieder wird von Fleisch-Verteidigern behauptet, dass solche Bilder wie im gezeigten Film die grossen und schlimmen Ausnahmen seien.
Das Gegenteil ist leider immer noch der Fall. Schweine, die sich in der CO2-Vergasung überschlagen, die Wände hochgehen und rasend werden, sind keine Ausnahme, sondern die Regel bei dieser Tötungsmethode.
Die Vorzeige-Halter und Musterhöfe, die es wirklich vorbildlich und möglichst tierfreundlich machen, sind leider in der Minderheit. Warum? Es ist zu teuer!

Es darf doch aber nicht sein, dass der Tod durch Schlachten für ein Tier eine Erlösung von einem qualvollen Leben ist.
Ein Tier hat eine Würde und diese muss der Mensch respektieren. Sonst verliert er selber seine Würde! Die Gesamtmenschheit ist im Begriff, diese Würde abzugeben…

Warum?

That's him

CH/RW 2013

Du fragst mich, warum ich Tiere schütze?

Ich frage dich zuerst, warum du sie schlecht behandelst oder zulässt, dass sie schlecht behandelt werden.

Glaubst du noch an den Osterhasen?

TIERE ALS ABFALLPRODUKT

image Bild: APA

Ostern ist vorbei. Eier habe ich kurz vorher etwa 30 Stück aus dem Müllcontainer gerettet…

Wie kann ich denn wissen, ob ein Ei noch geniessbar ist? Nützliches fürs Leben sollte man in der Schule lernen, also nächstes Jahr kommt das in den Unterricht:

http://www.wdr.de/tv/wissenmachtah/bibliothek/eiertest.php5

Die Lust am Eier essen vergeht mir aber langsam. Nein, nicht, weil sie  aus dem Müll kommen. Von den 30 Dumpsteiern (dumpstern = containern) haben übrigens lediglich 3 den Geniessbarkeits-Test nicht bestanden und landeten dann letztlich doch im Abfalleimer. Alle anderen wurden verarbeitet und gegessen.

Niemand wurde krank. Krank ist aber wohl Folgendes:

In der Schweiz werden jedes Jahr 2.2 Millionen männliche Küken nach dem Schlüpfen vergast oder „homogenisiert“ = geschreddert! Warum?? Sie legen keine Eier und setzen auch nicht genug Fleisch an, um für ein Pouletbrüschtli wirtschaftlich geeignet zu sein. Zu deutsch: es kostet weniger, die Küken sofort zu töten, als es Gewinn bringen würde, sie zu mästen, so dass ihr Leben wenigstens nicht vergeudet worden wäre…

GELD oder LEBEN? Die Eier der Zweinutzungshühner (bei COOP Schweiz momentan in der Versuchsphase: das Fleisch ist bereits im Verkauf, die Eier ab Juli) seien zu teuer, heisst es, und würden wohl ein Nischenprodukt bleiben, da sie eben nicht wirtschaftlich sind. Ist Wirtschaftlichkeit ein ethisch vertretbarer Grund, Tiere zu quälen?

Das „Aufeinanderschichten“ der Küken ist in der Schweiz verboten, nicht aber das „Homogenisieren“ ( es heisst wirklich so!) , was nichts Anderes bedeutet als lebend im SCHREDDER zu landen!

http://www.tierwelt.ch/?rub=4498&id=37850#.U2Siasy2MbU.email

Ein Tier ohne „vernünftigen Grund“ zu töten ist laut Tierschutzgesetz in Deutschland verboten. Ob Wirtschaftlichkeit ein „vernünftiger Grund“ ist, wird derzeit im Bundesland Nordrhein-Westfalen geprüft. Dort hat man festgestellt, dass das Massentöten von männlichen 1 Tag alten Küken möglicherweise gesetzeswidrig ist… Ich bin mal gespannt, ob die Eier-Lobby genug Druck ausübt, um das Gesetz zu ändern, oder ob NRW tatsächlich innerhalb Jahresfrist andere, tierfreundliche Lösungen sucht.

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CH/RW 2014

Meine Lösung für den heutigen Brunch: Rührei ohne Ei!

Habe es meinem Liebsten aufgetischt und die Zutaten aufgezählt (Seidentofu, Räuchertofu – beides in Bio-Qualität bei COOP erhältlich):image

Er meinte: „Und Ei… oder?“ Nein, es geht OHNE Ei und schmeckt super lecker und für diejenigen, die auf den Ei-Geschmack absolut nicht verzichten können, gibt die Metzger-Enkelin Nicole Just weitere tolle Tipps in ihrem Kochbuch „La Veganista“, erhältlich z.B. in Bern bei „Changemaker“: http://www.changemaker.ch/

http://www.nicole-just.de/publikationen/la-veganista-lust-auf-vegane-kuche/

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