Hat sich in 461 Jahren etwas verändert? FINDEST DU EINEN UNTERSCHIED?
1557: AVARITIA, Pieter Bruegel der Ältere

2017: NESTLÉ fördert Milchindustrie in Äthiopien

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1557: AVARITIA, Pieter Bruegel der Ältere

2017: NESTLÉ fördert Milchindustrie in Äthiopien

Ich lade dich zu einem Experiment ein, zu einer Übung der Barmherzigkeit.
Es dauert etwa 3 Minuten. Entscheide danach, ob du barmherzig sein willst oder nicht.
Was genau ist Barmherzigkeit, die in Weihnachtsliedern besungene Eigenschaft menschlichen Charakters?

Hier beginnt das Experiment:
AVENCHES, SCHWEIZ – Herbst 2017
Das will jetzt zwar niemand lesen und schon gar nicht sehen. Bald ist Weihnachten. Die Zeit der Besinnlichkeit, der Freude und der Barmherzigkeit.
Hast du den Mut, hinzuschauen, dein Herz zu öffnen, barmherzig und mildtätig zu sein?
Und: hast du das Experiment gewagt? Schau es dir an! Das ist dein Schweizer Fleisch vom Metzger deines Vertrauens… Filmmaterial (Juni-November 2017) aus einem kleinen Schweizer Schlachthof in Avenches, der seine Regionalität und das Zuliefern von Dorfmetzgereien betont. Einmal pro Woche werden dort etwa 100 Tiere getötet.
Nein, das ist sicher nicht ganz so schlimm wie in den schlimmsten Schlachthöfen der Welt, aber ist es deswegen gut?
Wichtig zu wissen: Hier sind keine Verstösse gegen das Tierschutzgesetz zu sehen! Das alles ist keine Ausnahme, sondern ROUTINE! Das bestätigen auch Metzger und Mitarbeiter. „Ja, das passiert ab und zu…“
Auch in der Schweiz geht es nicht anders, wenn es ums Töten geht: Tiere wollen aus der Todesbox flüchten, wehren sich und geraten in Panik, werden nicht richtig betäubt oder erst beim 5.Ansetzen. Auch in Schweizer Schlachthöfen ist die Todesangst der Tiere sichtbar und spürbar.
Ist es dir wirklich egal, dass das Stück Fleisch auf deinem Teller möglicherweise genau von diesem Tier kommt?

Die herzigen Hundeföteli bekommen überall im Netz ein Like und die Welt ist in Ordnung… was sich aber tagtäglich in den Schlachthöfen abspielt, ist allein in der kleinen Schweiz jedes Jahr ein 65millionenfaches Drama…
Dürfen Sätze wie „ich kaufe nur BIO und vom Metzger, den ich kenne…“ rechtfertigen, dass für egoistische Genussgier oder aus purer Bequemlichkeit, nicht auch mal was Neues auszuprobieren, fühlende Wesen extrem leiden???
Ich ernähre mich seit über 35 Jahren vegetarisch, also ohne Produkte vom toten Tier. Seit bald 4 Jahren lebe ich vegan, also auch keine Produkte vom lebenden Tier. Fehlt mir was? Entscheide selbst!

Barmherzigkeit – Frieden – Freude am Leben
Muss man wirklich töten, um das Fest der Liebe zu feiern? Das scheint mir zumindest absurd, um nicht zu sagen schizophren.
Warum spricht die Kirche von Liebe und Frieden, will aber ein Opferlamm? Wie können Menschen erwarten, in Frieden zu leben, wenn sie doch aber täglich den Tod auf dem Teller haben?
Probier mal ohne Tier!
Zum Beispiel der traditionelle EGG NOG. Geht wunderbar ganz ohne Eier. Einfach weglassen. Die Pflanzenmilch kannst du nach Belieben austauschen, z.B. mit Mandelmilch. Die hier abgebildete Soja-Vanille-Milch schäumt ganz wunderbar.
Nebst dem Alkohol braucht es diese Zutaten:
Was dabei rauskommt, ist pure Liebe, das garantiere ich: diesen Egg Nog willst du immer wieder!
Oder Lebkuchen: das Rezept meiner Tante, die extra für mich einen veganen Lebkuchen gebacken hat, macht unter meinen Bekannten unterdessen die Runde und wird überall mit Begeisterung aufgenommen. Ich lobe mich hier also nicht selber, garantiere dir aber, dass du das Tierische nicht vermissen wirst. Wäre hier eh nur die Milch und Butter. Rapsöl mit Buttergeschmack und Hafermilch gibt‘s im COOP. Das Einzige, was ich noch ergänzt habe, ist der pink-farbene Überzug: 1EL Randensaft, 1 EL Zitronensaft und Puderzucker, so viel wie es braucht für eine zähflüssige Masse zum Bestreichen (ca. 80g).
Anstatt einen runden Lebkuchen kannst du mit der Teigmenge auch Muffins backen. Das sieht dann so aus und kann gut ins Pausenzimmer des Kollegiums mitgebracht werden:
Für mich ist seit 4 Jahren klar:
…brennt für alle ein Lichtlein…

… und kommt das grosse Festessen.
Schön, wenn es auch für die sogenannten Nutztiere ein Grund zur Freude ist.

Die maximal erlaubte Grösse eines Schweinemastbetriebs in der Schweiz wird mit diesem Neubau erreicht: von den bereits vorhandenen 800 wird der Bestand erhöht auf 1500 Tiere. Lebewesen, die mindestens so klug sind wie Hunde, auf ihren Namen hören und Freundschaften schliessen. Hier geht es jedoch klar um möglichst effiziente und rasche Umwandlung von fühlenden Wesen in Fleischstücke: Die von extern angelieferten Ferkel nehmen in den rund 100 Tagen in der Tierfabrik pro Tag rund 1kg zu, bis sie das Schlachtgewicht von 110kg erreicht haben.
Unglaublich, aber wahr: „Als ökologische Ausgleichsmassnahme werden (…) sechs Kirschbäume gepflanzt und eine Blumenwiese angesät.“
Das Ganze ist Naturafarm-konform und so kann das Fleisch an COOP und diejenigen verkauft werden, die oft und gerne sagen: „Ich kaufe nur vom Metzger oder Bio, wenn ich weiss, die Tiere hatten es gut…“
Wie gut sie es haben, kann gerne hier nachgelesen werden:
Klicke, um auf rl_cnf_porc_d.pdf zuzugreifen
Der Bericht zur neuen Tierfabrik in der Aargauer Zeitung ist hier:
Er steigt auf BIO um und pflanzt Neues oder längst Vergessenes, aber Bewährtes an. Er nennt den Hof Tierarche. Aus dem Nutztierbetrieb der Eltern macht der Sohn einen Lebenshof. Zweifellos werden andere zukünftige Landwirte dem Beispiel folgen, auch wenn ein paar abschätzige oder gar dumme Sprüche am Stammtisch noch das Unverständnis zum Ausdruck bringen, dass da einer die Tiere einfach leben lassen will, statt auf Kosten ihrer Würde oder ihres Lebens Geld zu verdienen.
Menschen wie Urs Marti aus Kallnach haben und machen Mut!

Urs Marti mit Stier Luca – Foto: Raphael Moser
Hier der vollständige Bericht in der Berner Zeitung vom 21.10.2017: https://www.bernerzeitung.ch/region/bern/er-krempelt-den-hof-des-vaters-um/story/23486816
Für die 40 Rinder werden noch Patenschaften gesucht:
„Diese ermöglichen den Rindern bzw. einem Rind ganz konkret, ein langes und würdevolles Leben frei von menschlichen Nutzungs-Ansprüchen.“
Der Link zur Tierarche Kallnach:
In diesem Fall meine ich den Hochmut der Medien und deren Publikum, das sich in medientauglichem Entsetzen äussert. Wer frei von Sünde ist, werfe den ersten Stein…
Meine Gedanken zum Rücktritt von Nationalrat Jonas Fricker:
Das Entsetzen über Frickers Sätze zeugt von der Ignoranz der grossen Mehrheit: Seine Absicht, auf das Leiden der Nutztiere hinzuweisen, wird nicht gewürdigt, die Aussage wird diametral verdreht, und sie wird politisch missbraucht. So gesehen wird den betroffenen Tieren ein denkbar schlechter Dienst erwiesen.
Wenn wir unfähig sind, zu erkennen, dass Menschen nicht die einzigen leidensfähigen Lebewesen auf dieser Welt sind und wenn stets die Schuld der Anderen grösser ist als die eigene, dann haben wir versagt. Da hat es einer gewagt, öffentlich Empathie für andere Säugetiere zu zeigen. Tiere sind nicht für uns da, sondern mit uns da. Das Weltbild des Menschen als Krone der Schöpfung hat ausgedient und ist nicht erst seit Klimaerwärmung und Überbevölkerung erkannt und einer breiten Masse bewusst geworden.
Frickers zweifellos ungeschickte Formulierung hat dazu geführt, dass einmal mehr über das Verbrechen der Tötung von 6 Millionen Menschen im dritten Reich gesprochen wird und er als Politiker für seine Partei untragbar wurde. Historiker Jo Langs Interpretation, dass die Entgleisung zeige, dass da eine Generation mit weniger Sensibilität für die Shoah heranwachse, ist eine sehr anthropozentrische, historische Sichtweise. Die tatsächliche Erklärung für das echte oder geheuchelt medientaugliche Entsetzen über Frickers Sätze liegt im Speziesismus begründet: Menschen mit anderen Tieren zu vergleichen, das gehe gar nicht, das sei der wahre Skandal.
Über die 3 Millionen armen Schweine, die Jahr für Jahr allein in der kleinen Schweiz für unsere „heilige Bratwurst“ in den sicheren Tod gefahren werden, traut sich dafür nun im Parlament eine Zeit lang keiner mehr zu reden.
Die Geschichte sollen wir im Rückspiegel im Blick halten; die breite Sicht müssen wir heute aber – wie Fricker es richtig tut – nach vorne richten. Missbrauch, Entwürdigung und Qual von Tieren zu menschlichen Genusszwecken ist eines der deutlichsten Symptome, dass die Krone der Schöpfung kurz davor steht, ihre Zukunftsfähigkeit zu verspielen.
